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Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde 2


Review bzw. Spieletest des Echtzeitstrategiespiels Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde 2 von EA Los Angeles.


Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde 2 (DSUM2) ist die neueste Entwicklung aus den Los Angeles Studios von Electronic Arts. Das Videospiel ist, ebenso wie seine Vermarktung, sehr bildgewaltig und kann unter anderem dadurch durchaus beeindrucken. Dennoch gibt es auch Kritikpunkte. Im Folgenden Review erfahrt ihr, wo genau diese Kritikpunkte liegen, damit sich jeder selbst entscheiden kann ob dieses Kontra überhaupt wichtig für ihn ist. Wer mehr als nur eine kurze Kaufempfehlung oder ein Abraten haben will, der ist hier richtig aufgehoben, da er sich genau ein Bild über die Dinge, die ihm wirklich an dem Spiel wichtig sind, machen kann.


Der Herr der Ringe Die Schlacht um Mittelerde 2 bietet zudem mehrere besondere Neuerungen, unter anderem den Ringkrieg, die Heldenerstellung, Seeschlachten und weiteren Besonderheiten, zum Beispiel Änderungen am Gameplay, die für das Echtzeitstrategie-Genre einmalig bzw. absolut neu sein dürften. Diese werden im Folgenden ebenso beschrieben.



Die Tutorials

Alle der drei Tutorials in Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde 2 sind sehr einfach und recht umfangreich, man sollte daher durchaus mindestens eine Stunde einplanen, falls man sich diese ansehen möchte. Manchen könnten sie allerdings etwas zu langweilig sein oder man kann auch - was leider relativ häufig vorkommt - von manchen unnötigen Verzögerungen genervt sein. Die Spieldauer der Tutorials wird dadurch teilweise unnötig in die Länge gezogen. Beispielsweise wenn man eben nichts zu tun hat und nur mal eine Minute auf das nächste Ereignis wartet. Oder beim Warten, bis der aktuelle Hinweis des Tutorials wieder verschwindet, welche teilweise sehr lange eingeblendet werden. Immerhin ermöglicht es in Ruhe zu lesen und man kann mit den Tutorials ruhig und besonnen ins Spiel einsteigen.

Wer einen Vorgeschmack auf die Tutorials haben will, kann auch diesen bekommen, da die ersten beiden Tutorials bereits in der Beta und in der kostenlos verfügbaren Demo von Die Schlacht um Mittelerde 2 enthalten waren. Dennoch wäre es recht praktisch, wenn die Entwickler bei zukünftigen Spielen noch einen "Lektion überspringen"-Button einbauen würden (oder ihn sogar per Patch nachliefern), besonders für die Spieler, die bereits den ersten Teil spielten und so das ein oder andere bereits kennen und gekonnt(er) zu verwenden wissen.


Einzelspieler: Gute und Böse Kampagne

Die Kampagnen in Die Schlacht um Mittelerde 2 gestalten sich beide vergleichsweise kurz. Bei den Entwicklern ging man vermutlich davon aus, dass die meisten Spieler mit der bösen Kampagne anfangen, daher ist diese noch einsteigerfreundlicher als die Gute. Das macht sich in den ersten beiden Missionen durch vermehrte Erklärungen, was zu tun ist, bemerkbar. Anfänger sollten aber auch problemlos mit der Guten Kampagne starten können, zumindest in jeden Fall nachdem sie das grundlegende und sehr einfache Tutorial (oben beschrieben) gemeistert haben.

Die Kampagne bietet natürlich diverse Boni, welche für das Videospiel einmalig sind. Zum Beispiel die exklusiv erweiterte Auswahl an Spezialfähigkeiten (Powerpunkten), welche am Ende gleich vier der absolut Besten "Superwaffen" erlauben, vorausgesetzt natürlich, dass man es schaffte die entsprechend benötigten Punkte zusammen zu sparen. Da sich die Kampagnen in Die Schlacht um Mittelerde 2 besonders auf die Schlachten im Norden konzentrieren, sind die meisten Schauplätze selbstverständlich neu - sowohl für Spieler von Die Schlacht um Mittelerde (1), als auch für die Filmfans von den Der Herr der Ringe-Filmen. Als Beispiel gibt es mehrere Karten, die im Auenland spielen, welches aber dennoch gut wieder erkennbar ist, besonders anhand der charakteristisch auffallenden Gebäude.

Teils recht nervig bei den Kampagnen sind die Einschränkungen bei der Auswahl der Spezialfähigkeiten, da viele von ihnen in so manchen Missionen abgeschaltet sind. Selbst wenn man also genug Powerpunkte gespart hat, muss man dennoch bis zum nächsten oder übernächsten Level warten, um sich die entsprechende Fähigkeit kaufen zu können und so die eigenen Superwaffen um ein sehr nützliches Feature zu erweitern. Dies mag zwar teilweise aus spielbedingter Sicht notwendig sein, aber es ist dennoch schade, da es eben die umfangreich erweiterte Auswahl an Spezialfähigkeiten gibt, aber man leider nie alle einsetzen kann und auch die besten vier werden im idealsten Fall nur in der letzten Mission der Kampagne zum Einsatz kommen - schade!

Die finale Schlacht der Bösen Kampagne fiel positiver auf als die der Guten Kampagne. In ihr kontrolliert man die Armeen Mordors und die der Orks und kann so auf diverse Einheiten und Gebäude zurückgreifen um Bruchtal auszulöschen. Ein ultimativer "alle bösen Parteien" (im konkreten Fall der letzten Mission noch Isengart dazu) bzw. "alle guten Parteien"-kontrollieren-Level wäre dennoch wünschenswert gewesen, ähnlich wie in C&C Generals (Command & Conquer Generäle), vom selben Entwicklungsstudio EA Los Angeles, wo man in den finalen Missionen auch teils auf alle Armeen zurückgreifen darf.

Auffallend war das Angriffsverhalten der Gegner in der Bösen Kampagne - in der einen Mission rushen diese einen in Grund und Boden (für Nicht-Gamer: Sie überrennen einen), sodass man wirklich häufig kurz vorm Neustarten der Mission ist und in der Nächsten greifen sie wieder überhaupt nicht an, sondern warten, bis man sich selbst in ihr Gebiet begibt. Das mag zwar abwechslungsreich klingen, doch in der Praxis ist es das nicht, da es zwar nicht extrem viel Spaß macht, wenn man ständig kurz vorm "Tod-gerusht-sein" steht, aber es macht auch nicht unbedingt mehr Spaß wenn man selbst der Angreifer ist, da man mit den vielen Superwaffen und den vielen Helden in aller Ruhe seine Armee auf- und zusammenstellen kann, während man mit den Superwaffen schon mal die Verteidigung der künstlichen Gegner ausschaltet. So kommt es nie zu einer wirklichen Schlacht, da man die Verteidigung logischerweise schon längst mit Superwaffen und teilweise Drachen ausgeschaltet hat, bevor man mit seiner Armee zur finalen Zerstörung überhaupt anrückt. Eine gesunde Mischung aus beidem wäre optimal gewesen.

Die Missionen sind somit leider ein wenig träge und nicht wirklich etwas Besonderes. Die Videos, welche sich mit Konzeptgrafiken und perfekten Übergängen zu diesen abwechseln, sind wirklich gut und informativ - entsprechend dem stimmen sie einen auch auf die nächste Mission ein, aber die Atmosphäre während den Schlachten wird leider durch das Angriffsverhalten der KI empfindlich gestört. Mit den Video-Ausschnitten aus den Original Der Herr der Ringe-Filmen, wie es im ersten Teil von Die Schlacht um Mittelerde war, können sie aber natürlich nicht mithalten. Die KI ist zwar nicht schlecht (auch nicht gut), aber ihr Verhalten macht dem Durchschnittsspieler sicherlich weniger viel Spaß, sondern nervt eher. Dennoch sollte jeder die Kampagnen mindestens einmal gespielt haben, aber überschätzt euch nicht, und beginnt nicht gleich mit der brutalsten Schwierigkeitsstufe. Wobei ggf. durch Patches auch noch an der Schwierigkeit bzw. dem Balancing nachgebessert wird.


Einzelspieler: Der Ringkrieg

Der Ringkrieg ist ein komplexes Thema, da er ganz neu ist und viele Spieler für ihn sicher umdenken und umplanen müssen, um siegreich sein zu können. Es gibt diverse Kritikpunkte, die einem zu Beginn sicher auffallen, doch vielen kann man entgegen wirken, wenn man das Verhalten der KI ein wenig kennen lernt und damit rechnet bzw. es genauso macht.

Am Anfang wird es einem sicher passieren, dass man in einem Echtzeitspiel landet (weil man beim automatischen Austragen z.B. keine Chance hätte) und man nur mit zwei Baueinheiten und einem Helden startet. Hingegen hat der KI-Gegner bereits eine ganze Armee dabei und bevor man überhaupt drei Gebäude gebaut hat wird man vom Gegner bereits überrannt und die Schlacht ist gelaufen. Das ist natürlich sehr frustrierend und macht keinen Spaß. Mit ein wenig Übung verhindert man dies aber, also nicht gleich frustriert aufgeben, denn nach ein paar Spielen kann der Ringkrieg wirklich sehr viel Spaß machen. Es ist ein cooles Spielprinzip, dass das Ende einer Schlacht sich auch auf folgende Schlachten auswirkt - nämlich indem du Land gewinnen kannst, auf dem du zusätzliche Einheiten produzieren kannst, oder indem du selbst schon mit ein paar Einheiten oder sogar aufgerüsteten Einheiten mit Upgrades starten kannst.

Störend, wenn auch realistisch, gestaltet sich, dass man eine begonnene Schlacht im Ringkrieg nicht neu starten kann. Man kann nur aufgeben und den Kampf so schneller verlieren. Zudem ist dies ein wenig unfair, da der KI-Gegner meist sofort weiß, wo man zu finden ist, während man selbst womöglich seine Einheiten verteilt um ihn zu suchen. Der Gegner in DSUM2 sitzt nämlich nicht mehr immer genau parallel gegenüber auf einer Karte, sondern kann auch direkt nebenan sitzen. Das wirkt abwechslungsreicher, gestaltet sich aber eben unfair. So kann es nämlich im schlimmsten Fall passieren, dass der Gegner einem von Hinten die Basis überrennt und das Spiel gelaufen ist - also lasst immer zumindest einen Helden in der Basis, der die feindlichen Truppen aufhalten kann, bis eure eigenen Truppen wieder vom Aufklären und der Feindsuche zurück sind.

Ein wenig nervig ist es, wenn man mit zwei Armeen ein Land des Gegners angreift. In diesem Fall bekommt man nämlich nur eine davon zum Kampf zur Verfügung gestellt, die andere trifft erst nach 15 Minuten zur Unterstützung ein - und bei der KI von Die Schlacht um Mittelerde 2 ist ein Spiel nach 15 Minuten normalerweise schon gelaufen (egal ob siegreich oder nicht).

Wie gesagt, der Ringkrieg kann anfangs sehr frustrierend sein, aber man muss besonders auf der lebenden Weltkarte gut taktieren und sich auf die Schlachten vorbereiten. Während einer Schlacht selbst mögen zum Beispiel ein bis zwei Staffeln an Reitern nicht viel sein, doch auf der lebendigen Weltkarten sind sie es und wenn man mit diesen dann eine Schlacht startet, so können sie spielentscheidend sein. Also einfach ausprobieren und nicht aufgeben, dann macht der Ringkrieg-Modus viel Spaß.


Einzelspieler: Die Gefechte

Die Gefechte in Die Schlacht um Mittelerde 2 wurden wohl (leider) nur nur für Profi-Spieler konzeptioniert. Anfänger und Gelegenheitsspieler werden dazu gezwungen, selbst auf Taktiken von professionellen E-Sportlern zurückzugreifen. Im brutalsten Schwierigkeitsgrad ist die KI gnadenlos am rushen (Überrennen des Gegners im sehr frühen Spiel mit Einheiten), wie auch jeder selbst in der kostenlosen Demo herausfinden kann. Der Gegner versucht einen zu rushen, der gemütliche Basisaufbau ist damit gestorben.

Auch die beliebte Taktik, zuerst in die Wirtschaft zu investieren und dann später dafür durch eine finanzielle Überlegenheit das Spiel zu gewinnen ist nicht mehr möglich, da man umgehend mit der Einheitenproduktion, zum Abwehren des Gegners, beginnen muss. Danach sollte man sofort zurückschlagen, da der KI-Gegner fast nie in Verteidigung investiert, sondern nur in den Angriff, also in Angriffstruppen (Angriff gilt schließlich auch als die beste Verteidigung, oder?). Man kann die gegnerische Basis daher meistens nach einer erfolgreichen Verteidigung leicht dem Erdboden gleich machen und hat das Spiel somit gewonnen. Alternativ kann man den KI-Gegner auch wieder aufbauen lassen und selbst in der Zeit in den eigenen Basisaufbau investieren, aber das ist sehr riskant, da zumindest die starken/brutalen Gegner dann schnell übermächtig werden und kurz darauf erneut rushen.

Alternativ muss man natürlich nicht gegen die brutale KI spielen, doch nur diese hat auch wirklich etwas zu bieten und hält einen auf Trab. Es gibt nach wie vor auch die leichte und mittlere KI, bei denen man nebenher noch Kaffee kochen kann, da diese wirklich harmlos sind.

Den Entwicklern des Spiels wurde diesbezüglich schon der Vorschlag gemacht, der (angeblich) auch auf offene Ohren gestoßen ist und für einen Patch geprüft wird, ob nicht eine brutale KI denkbar ist, die nicht rusht, sondern ebenso eher auf die Wirtschaft und ihre Festung setzt. So wird sie im späteren Spiel versuchen eure Festung, die ihr zuvor in Ruhe aufbauen könnt, zu knacken, wobei ihr dasselbe dann bei der gegnerischen Festung versuchen müsst. Durch diese KI würde nahezu jedem etwas geboten werden - den Profis durch die schon existierende brutale KI und den Wirtschafts- und ruhigeren Spielern durch diese neue, brutale KI. (Anmerkung 2011: Leider wurde sie aber bis heute noch nicht umgesetzt und neue Patches gibt es auch nicht mehr, der Vorschlag ging damit also leider unter.)


Einzelspieler: Die Gefechte in Zukunft

Die Zukunft der Gefechte wird sicher anders aussehen. Das Modding-Potential (Modifikation des Spiels durch sogenannte Mods) von Die Schlacht um Mittelerde 2 und der World Builder (Zusatzprogramm zur Erschaffung von neuen Karten (Maps) für das Spiel; Deutsche Version gibt es als kostenlosen Download hier Externer Link) erlauben großartige Missionen, die jeden Spieler zufrieden stellen sollten. Egal ob Verteidigung einer riesigen Basis mit allen Fraktionen bzw. Parteien oder einzelne, zusätzliche Level, durch die man mit nur einem Helden durch muss. Aber keine Angst, weil ihr selbst nicht modden oder mappen könnt. Es gibt unzählige Mapper und Modder, die große Freude daran haben und euch auch nach Jahren noch mit neuem Material versorgen. Eine Vielzahl von Projekten ist bereits angekündigt und viele weitere folgen mit Sicherheit noch, da das Potential des Videospiels wirklich enorm ist. Wir dürfen uns also auf eine Vielzahl genialer Schlachten freuen, mit denen dann wirklich jeder glücklich werden dürfte.


Die Heldenerstellung

Die Heldenerstellung ist eine umfangreiche, aber problematische Sache - sicher ist es lustig und cool eigene Helden zu kreieren, aber jedem dürfte klar sein, dass das niemals richtig zu balancieren ist.

In mehreren Tests kamen viele interessante Helden heraus, da es wirklich viele Möglichkeiten gibt, doch viele davon waren imbalanced, also griffen unfair ins Spielgeschehen ein. Die eigenen Helden sind billiger als die Standardhelden und häufig auch noch deutlich besser als eben diese und das darf natürlich nicht sein. Weitere Kritikpunkte sind die geringe Auswahl an Klamotten, Aussehen der Waffen, usw. was natürlich nur oberflächlich ist, aber dennoch hätte man sich da mehr Mühe geben können. Zudem sollte es eine Nachfrage beim Löschen von Helden geben.

Auffallend positiv ist natürlich die selbst festlegbare Reihenfolge der Spezialfähigkeiten. Zur Demonstration ein paar konkrete Beispiele an erschaffenen Helden:

Faramira ist ein weiblicher Bogenschütze der Elben (Gegenstück zum legendären Faramir), kann aber für alle guten Seiten kämpfen. Sie besitzt ab Level 1 bereits die Unsichtbarkeit während sie sich bewegt und ab Level 3 auch die Unsichtbarkeit beim Stillstand, somit ist sie perfekt vor Feindesaugen getarnt, außer wenn sie schießt. Level 2 und Level 4 verbessern jeweils passiv ihre Bogenschützenfähigkeiten. Mit Level 5 bekommt sie den Führerschafts-Bonus, bei dem alle verbündeten Einheiten in ihrer Nähe +50% Schaden verursachen, +50% Rüstung bekommen und doppelt so schnell Erfahrung erlangen. Mit Level 6 bekommt sie bereits den Wirbelsturm, welcher sich mit Level 7 und Level 10 noch mal deutlich verbessert. Level 8 und Level 9 bringen ihr die Fähigkeit zur Selbstheilung.

Faramira ist damit eine getarnte Tötungsmaschine, schlimmer als ein fieser Geheimagenten. Sie schleicht sich heimlich in die Basis des Feindes und tötet solange die gegnerischen Einheiten, bis sie alle Level hat. Zwischendurch versteckt sie sich einfach durch ihre Tarnung. Falls sie verwundet wird, kann sie sich selbst heilen und wenn der Feind nicht aufpasst, dann startet sie getarnt und unerwartet einen Wirbelsturm, der die Einheiten des Feindes zu Nichte macht. Der Standard-Held im Spiel Faramir kann da natürlich in keiner Weise mithalten.

Zauberer ist, wie sein Namen schon sagt, ein mächtiger Zauberer. Ab Level 1 steht ihm der Feuerball zur Verfügung, welcher sich durch Level 3 und 7 erneut verbessert. Mit Level 2 und 4 kann er seine Feinde zurückwerfen und mit Level 5, 6 und 8 kann er mächtige Blitze vom Himmel auf die Feinde schießen lassen. Level 9 ermöglicht es Zauberer feindliche Truppen in Tiere zu verwandeln, beispielsweise Orks, die dann zu Kühen werden. Schlussendlich beherrscht Zauberer, sobald er Level 10 hat, "Wort der Macht", mit dem er alle Feinde in seiner Umgebung zurückwirft. Auch hier ist der Standard-Held Gandalf klar unterlegen.

Zwerg beherrscht ab Level 1 das Zurückschlagen von Feinden, welches sich durch Level 6 noch mal verbessert. Ab Level 2 kann Zwerg auch die Axt werfen, um sich so ein wenig gegen Lufteinheiten zur Wehr setzen zu können. Mit Level 3 wird Zwerg wirklich gefährlich, denn dann bekommt er bereits sein Erdbeben, welches sich durch Level 7 und Level 10 noch mal perfektioniert. Level 4 und Level 8 ermöglichen ihm das Bombardieren von Feinden durch Steine, die vom Himmel fallen. Level 5 und Level 9 sorgen schlussendlich zwischen den feindlichen Reihen für wenig Verwirrung und umfallende Soldaten, da Zwerg dann den "Sprung" beherrscht.

Wie ihr vielleicht bei den Beispielhelden erkannt habt, so kann jeder Held bis zu 5 verschiedene Fähigkeiten bzw. Zauber nutzen. Diese kann er dann jeweils durch aufsteigende Level noch verbessern. Das Spiel verhindert, dass die zu guten Zauber bereits zu früh genutzt werden können, indem diese eine bestimmte Mindestanzahl an schlechteren Fähigkeiten voraussetzen, jedoch benötigen die wirklichen Superwaffen, bis sie perfekt sind, auch mehrere Stufen. Sie müssen daher also schon zumindest ab Level 7 verfügbar sein, da es für die meisten Fähigkeiten noch zwei Verbesserungsstufen gibt. "Superwaffen" beziehe ich in diesem Fall auf die besonderen Fähigkeiten wie das Erdbeben oder den Wirbelsturm. Wer allerdings die Fähigkeiten der Standard-Helden kennt, der bemerkt sofort, dass die individuellen Helden dennoch jedem der Standard-Helden überlegen sind.


Mehrspieler: Der Ringkrieg

Der Ringkrieg im Multiplayer spielt sich ähnlich dem Ringkrieg im Einzelspieler sehr genial, allerdings natürlich wieder erst nach einer gewissen "Einarbeitungszeit".

Der Nachteil liegt klar auf der Hand: Häufig muss man darauf warten, bis die Mitspieler ihre Aktionen getätigt haben, dafür kann der Leiter des Spiels aber eine Maximalzeit einstellen. Für den Anfang sind beispielsweise 120 Sekunden ein guter Wert. In dieser Maximalzeit muss jeder Spieler seine eigenen Aktionen durchführen, zum Beispiel Truppen verschieben oder neue in Auftrag geben. Aktionen wie "Helden zurückziehen" nach einer verlorenen Schlacht sind nicht mit einem Zeitlimit ausgestattet, da das Spiel nur weitergeht, wenn der Held eben zurückgezogen wurde. Wenn ein Mitspieler seinen PC verlässt, so gilt es an dieser Stelle zu warten... oder man gibt eine Speicherung in Auftrag, die von allen Spielern bestätigt werden muss. Um diesen gespeicherten Spielstand später fortzusetzen lädt der Spielleiter das gespeicherte Spiel und alle Teilnehmer treten diesem wieder bei, als würden sie ein neues Spiel starten. Im Test hat dies immer problemlos funktioniert.

Es gibt auch im Multiplayer, genau wie im Einzelspieler, diverse Spielmodi. Alle sollen natürlich zum Gesamtsieg führen, beispielsweise die Eroberung von ganz Mittelerde, die Eroberung von bestimmten Gebieten, die Eroberung von allen Festungen (Helms Klamm, Minas Tirith, ...), die Auslöschung aller Feinde auf allen Gebieten, die Vernichtung der Feinde auf ihren Startgebieten und weitere. Für Abwechslung wurde also gesorgt. Gekämpft wird leider immer nur in zwei Teams, egal mit wie vielen richtigen Spielern und KI-Spielern man um Mittelerde antritt. Zudem kann mit einem der eigenen Helden gespielt werden, dieser Held bekommt nach einem siegreichen Feldzug dafür sogar eine Auszeichnung.

Schlachten können im Mehrspieler-Ringkrieg allerdings nur als Echtzeitspiel ausgetragen werden, wenn alle menschlichen Spieler an dieser beteiligt sind und der Echtzeitschlacht zustimmen. Andernfalls übernimmt der Computer das schnelle Auswerten der Schlacht, was natürlich nicht immer positiv ausgehen muss, da besonders knappe Schlachten und Schlachten mit einer Truppenminderheit meistens verloren werden, während man mit einer entsprechenden Taktik in einer Echtzeitschlacht eine Chance gehabt hätte. Angriffe sollten daher immer mit den Mitspielern koordiniert werden, damit diese in Echtzeit ausgetragen werden können.

Besonders nett sind die Boni im Ringkrieg. Beispielsweise wenn man eine ganze Region wie "Rohan" einnimmt erhält man so einen Bonus. Dies zählt auch, wenn die Verbündete zusammen alle Schauplätze bzw. Landteile der Region eingenommen haben.

Tipp: Wenn du einen Helden hast der fliegen kann, dann trage die Schlacht wenn möglich immer in Echtzeit aus, da du diese sehr leicht gewinnen kannst. Nimm einfach sofort deinen fliegenden Helden, suche den Gegner und zerstöre damit die zwei Baueinheiten des Gegners und die angefangenen Gebäude (normal nicht mehr als 2). In den wenigsten Fällen hat der Gegner gleich am Anfang genug Bogenschützen um eine Chance zu haben (du sieht vor der Schlacht mit wie vielen Bogenschützen er startet).

Der Ringkrieg ist nach einer kurzen Einarbeitungszeit eine super Sache und macht extrem viel Spaß. Das Suchtpotential ist enorm und auch wenn man immer um dieselben Gebiete und somit auch immer auf denselben fast 50 Karten (Maps) kämpft, so ist er trotzdem sehr abwechslungsreich und nur zu empfehlen.


Mehrspieler: Die Gefechte

Die Gefechte im Mehrspieler-Modus laufen natürlich ähnlich den Gefechten im Einzelspieler-Modus ab. Im Gegensatz zum Ringkrieg kann allerdings mit bis zu 8 Spielern in bis zu 4 Teams gekämpft werden. Die Einstellungen gehen hierbei über die Üblichen (Ringhelden ja/nein, eigene Helden ja/nein, Startressourcen, Kommandopunkte-Multiplikator, Karte,...) noch hinaus, genauer gesagt durch den offiziellen Clansupport von Clanwars.cc. Danach läuft das Gefecht eben wie ein normales Gefecht ab, man kämpft auf einer Karte mit seinen Verbündeten bis alle Gegner gefallen sind - eben das Übliche.


Mehrspieler: Das Balancing

Das Balancing ist eine Sache, die immer recht schnell vorverurteilt wird, besonders wenn man einfach mit seiner eigenen Strategie gegen irgendjemand oder gegen irgendeine Fraktion keine oder nur eine geringe Chance hat. Auf Anhieb fallen ein paar Probleme auf, zum Beispiel wenn eine Fraktion im Ringkrieg mit einer fliegenden Einheit eine Schlacht beginnt und der Gegner ohne Luftabwehr. Wirklich konstruktive Kritik lässt sich jedoch erst nach vielen, vielen Spielen äußern, weshalb es jetzt noch zu früh für eine Meinung ist. In den bisherigen Tests und Schlachten war das Balancing okay. Problematisch können allerdings die eigenen, individuellen Helden sein - aber schlimmstenfalls werden diese wohl damit leben müssen, dass sie in den meisten Spielen deaktiviert werden.


Die Kartenauswahl

Die Kartenauswahl in Die Schlacht um Mittelerde 2 ist genial, vielfältig und umfangreich. Mit fast 50 Standard-Karten kann DSUM2 mit ziemlich jedem Konkurrenzspiel mithalten. Schade ist nur, dass es standardmäßig nur eine 8-Spieler-Karte gibt, doch da wird der World Builder zusammen mit den unzähligen Fans zweifelsfrei bald Abhilfe schaffen.


Die künstliche Intelligenz

Auch wenn Entwickler EA Los Angeles betont, dass die KI nicht cheatet und auch wenn die KI neu und verbessert sein soll und selbst wenn in den englischen Foren betont wird, dass das Team soviel Zeit in die KI steckte, so ist sie dennoch noch lange nicht als gut zu bezeichnen. Nur weil eine KI einen Menschen besiegen kann ist sie noch lange nicht gut oder sogar genial. Denn spätestens wenn man einen KI-Verbündeten an seiner Seite hat und sieht, wie dieser Einheiten produziert, aber keine Rohstoff-fördernden Gebäude baut, dann muss jedem klar werden, dass die KI doch nicht ganz fair spielt. Zudem eignet sich die KI wohl nur für das Training von Profi-Spielern (Pro-Gamern), da sie, ebenso wie es deren favorisierte Taktik ist, ständig am rushen ist. Normale Spieler, die erst mal in Ruhe ihr Reich aufbauen möchten, werden dies wohl nie schaffen, wenn sie nicht einen menschlichen Gegner finden, der dies genauso machen will. Schade, schließlich gibt es auch sehr schöne, fortgeschrittene Einheiten, die so sehr selten zum Einsatz kommen.

Es wird der Eindruck vermittelt, dass sich die Schwierigkeitsstufe nur auf das Handicap auswirkt. Das ist schade. Eher zu Beginn ein ruhiges Spiel mit später folgender purer Action mit allen Helden, Superwaffen und Armeen ist nahezu unmöglich. Leichte KI-Spieler oder ein Gegner mit Handicap sind zu leicht zu vernichten und die brutale KI überrennt eben nur mit den billigsten Einheiten. Die KIs dazwischen sind auch nicht sonderlich besser. Für was ein komplexes Spiel, wenn stets nur dieselben wenigen Einheiten zum Einsatz kommen?

Ein Handicap von z.B. 90% bedeutet übrigens, dass ihr es mit einer einzigen Einheiten gegen neun gleiche Einheiten des Gegners aufnehmen könnt - und das wird auf Dauer recht langweilig. Dennoch ist es aber ein guter Ansatz für eine Einstellmöglichkeit zum Testen o.ä., auch wenn es in der Praxis etwas fragwürdig funktioniert.

Manchmal kann die KI aber durchaus auch beeindrucken, zum Beispiel wenn diese - genau wie ein menschlicher Spieler - zwischen entsprechenden Bergen um die eigene Basis herum gezielt Mauern zieht und nicht, wie in vielen anderen Echtzeitstrategie-Spielen, einfach mal überall in der Basis Türme verteilt, weil sie nicht versteht, von welcher Richtung der Feind normalerweise kommt.


Der World Builder

Abgesehen von den langen Ladezeiten und den nach wie vor sehr hohen PC-Anforderungen hat sich am World Builder eigentlich nur Gutes getan. Es gibt viele praktische und einfache Skripte, zum Beispiel die Möglichkeit für eine Karte oder Mission mit nur wenigen Klicks den Geldbetrag und das Einheitenlimit für den jeweiligen Spieler festzulegen. Missionen sollten ebenso wie normale Maps kein Problem machen und auch das Modifizieren von bestehenden Maps hat in allen Tests problemlos funktioniert.

Der World Builder bekam zudem neue Optionen spendiert, unter anderem zum Kopieren von Landschaftsteilen und für das neue Wasser. Mapper und Modder werden mit Sicherheit ihre Freude an ihm finden und es wird nicht lange dauern bis die Community mit vielen neuen Maps, Missionen, Mods und Anleitungen überschüttet wird. Für die Zukunft von Die Schlacht um Mittelerde 2 ist also gesorgt.

Die Collector's Edition

Die Collector's Edition (Sammleredition) von Die Schlacht um Mittelerde 2 ist ein wahres Schmuckstück. Electronic Arts hat in den Ankündigungen nicht übertrieben und die Collector's Edition enthält wirklich geniales Material. Die hochauflösenden Videos sind super, ebenso wie die Artworks. Zwischendurch kann man sich noch einmal die HD-Videos zu den Missionen des Spiels ansehen oder den extra komponierten Soundtrack für das Spiel anhören. Jedem Fan kann die Collector's Edition daher bedenkenlos empfohlen werden!



Getestet wurde die englische Collector's Edition (PC). Erstveröffentlichung des Artikels im Februar 2006. Ende November 2006 folgte mit Der Aufstieg des Hexenkönigs (Originaltitel: The Lord of the Rings: The Battle for Middle-earth II: The Rise of the Witch-king) noch ein offizielles Erweiterungspack mit einer neuen Fraktion, Kampagne und weiteren Features für Die Schlacht um Mittelerde 2.
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