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Batman Arkham Asylum


Test des Action-Spiels Batman Arkham Asylum von Rocksteady


Die Figur des Batman feiert in diesem Jahr ihren 70. Geburtstag und ist eigentlich längst überfällig für den Ruhestand. Doch anstatt sich auf ein beschauliches Anwesen außerhalb von Gotham City zurückzuziehen, schlägt sich Bruce Wayne alias Batman mit dem Joker und seinen wahrlich verrückten Gefolgsleuten in der Irrenanstalt Arkham Asylum herum. Dabei trifft Batman auf bekannte Feinde, angriffslustige Irre und zahlreiche Rätsel. Wie üblich meistert Batman auch die auswegloseste Situation dank seiner schnellen Auffassungsgabe, seiner coolen Gadgets und seiner Fitness. Mit Batman: Arkham Asylum lässt der Entwickler Rocksteady den Spieler tief in das Batman-Universum eintauchen. Viel wichtiger ist jedoch, dass das Spiel selbst überaus spannend, atmosphärisch und kurzweilig ist und daher nicht nur für Fans der menschlichen Fledermaus interessant ist.

Willkommen in Arkham!

In den ersten Minuten wird der Spieler in die Handlung des Spiels eingeführt. Der Joker überfällt das Rathaus und wird dort von Batman gefangen genommen und nach Arkham Asylum gebracht. Gleichzeitig bricht ein Feuer im Blackgate-Gefängnis aus, woraufhin viele der Gefolgsleute des Jokers kurzfristig in Arkham einquartiert werden. Schon bald stellt sich heraus, dass diese Vorgänge natürlich nicht zufällig gleichzeitig geschehen. Durch eine Infiltration des Sicherheitssystems schafft es der Joker den Aufsehern zu entkommen und sogar die Kontrolle über die Anstalt an sich zu reißen. Plötzlich ist Batman der Gefangene in einer Nervenheilanstalt, in der viele der Patienten eine offene Rechnung mit ihm begleichen möchten. Über das gesamte Spiel hinweg wird die Handlung durch Videos und Dialoge vorangetrieben. Zusätzlich findet der Spieler auf seinen Streifzügen zahlreiche Aufzeichnungen über Charaktere des Batman-Universums. Stück für Stück werden so weitere Schnipsel zur Handlung hinzugefügt, wobei dem Spieler überlassen bleibt, ob er wirklich jedes Detail erkunden möchte. Die Story hinter Batman: Arkham Asylum passt nahtlos zu den Comics und wirkt durch die vielen grotesken Charaktere sehr lebendig. Übrigens wird sich der Protagonist auch seinen eigenen Ängsten stellen müssen, die in genialen Alptraumsequenzen dargestellt werden. An dieser Stelle möchten wir natürlich möglichst wenig verraten und geben daher keine Details der fantastischen Geschichte preis. Es sei jedoch gesagt, dass dieser Titel in Sachen Story und Atmosphäre über jeden Zweifel erhaben ist und durch die jeder Zeit abrufbaren Informationen auch Spieler, die bisher nichts mit Batman & Co anfangen konnten, einen einfachen Zugang zur Handlung des Spiels erhalten.

Verschiedene Ansichten

Der Spieler steuert Batman aus der „3rd Person“ Perspektive, sieht also die meiste Zeit Batmans Rücken. Die Kamera wird je nach Situation passend positioniert und befindet sich beispielsweise bei Nahkämpfen zwischen Batman und den Insassen einige Meter hinter Batman, während beim Schleichen in Lüftungsschächten auf „1st Person“ Ansicht umgestellt wird. Bei den Kämpfen mit besonders starken Gegnern wird die Kamerasteuerung dem Spieler aus der Hand genommen, was jedoch in den meisten Fällen kaum hinderlich ist und eine großartige Inszenierung der Kampfsequenzen ermöglicht. Das wohl wichtigste Hilfsmittel ist die Detektivansicht, die wichtige Objekte farbig hervorhebt und Gegner gut sichtbar anzeigt – sogar durch Wände hindurch. Diese Ansicht bietet eigentlich keine Nachteile, ist jedoch für dauerhaftes Spielen auf Grund der starken Farbkontraste eher ungeeignet.

Vom Schläger bis zum Scharfschützen

Auf seinem Weg durch Arkham trifft Batman auf viele verschiedene Gegner. Es beginnt mit eher harmlosen Schlägern, die mit einigen Faustschlägen und Tritten recht einfach zu überwinden sind. Wesentlich interessanter wird es jedoch, wenn die Gegner mit Automatikgewehren und Schrotflinten bewaffnet sind. Auf den Gegner zuzustürmen ist in diesem Fall keine gute Idee, da Batman auf Kugeln ebenso allergisch wie die meisten Menschen reagiert. Daher müssen diese Gegner blitzschnell im Nahkampf ausgeschaltet werden, wofür ein Blick auf die Umgebung und behutsames heranschleichen notwendig sind. Übrigens schlägt Batman seine Gegner prinzipiell bewusstlos, töten tut er sie nicht. Später trifft Batman auch auf Scharfschützen und Gefangene, die sich mit Elektroschlagstöcken und Messern bewaffnet haben. Der Nahkampf wird so im Verlauf des Spiels anspruchsvoller, da ein Gefangener mit Messern erst mit einem speziellen Schlag betäubt werden muss, bevor er regulär angegriffen werden. Inhaber eines Elektroschlagstocks können nur von hinten angegriffen werden. Selbstverständlich trifft Batman auch auf einige Mutanten, die gefühlte 2,50m groß und mit geschätzten 200 kg Muskelmasse bepackt sind. Diese Typen lassen sich natürlich nicht so einfach umhauen. Allerdings können auch diese großen Gegner betäubt und nach einem Sprung auf den Rücken sogar gesteuert werden. Die Kämpfe sind allesamt recht einfach gestaltet und erfordern eigentlich zu keinem Zeitpunkt besonders ausgefeilte Kombinationen. Grafisch sind die Massenschlägereien jedoch sehr beeindruckend und lassen dank zahlreicher Variationen viele Filmkämpfe locker hinter sich.

Durch die Kämpfe werden Erfahrungspunkte gesammelt, die in den Ausbau der Fähigkeiten oder in die Ausrüstung von Batman investiert werden können. Zusätzlich wird die Anzahl der hilfreichen Gadgets immer größer, so dass sich immer mehr Möglichkeiten ergeben Gegner auszuschalten. So kann der dunkle Ritter zum Beispiel einige Mauern dank eines Explosivgels sprengen und dahinter stehende Gegner durch umher fliegende Trümmer ausschalten. Selbstverständlich lässt der Joker es sich nicht nehmen die Kämpfe zu kommentieren und seine eigenen Schergen durch sarkastische Bemerkungen noch nervöser zu machen. Eine der größten Leistungen von Batman: Arkham Asylum ist es eine Gruppe von Gegnern glaubhaft agieren zu lassen. Zunächst sind alle Gegner ruhig und vermuten nicht einmal, dass sich Batman mit ihnen in einem Raum befindet. Sobald der erste Bewusstlose gefunden wird agieren Jokers Männer deutlich vorsichtiger. Sie gehen nun zu zweit durch den Raum und halten sich gegenseitig den Rücken frei. Diebische Freude bereitet einem als Spieler die bloße Beobachtung des letzten Gegners einer Gruppe, da dieser zum absoluten Nervenbündel verkommt und sogar ab und zu vor Schreck ins Nichts schießt. In bemerkenswerter Weise kombiniert dieser Titel Schleichspaß mit brachialen Nahkämpfen. Leider patzt das Spiel ein wenig bei den Bossfights, also den Kämpfen gegen bekannte Charaktere des Batman-Universums. Diese sind recht simpel gehalten oder bestehen nur aus mehreren Nahkämpfen. Hier wäre mehr möglich gewesen. Erfahrene Spieler könnten außerdem von der sehr simplen Bedienung der Nahkämpfe enttäuscht sein.

Eine freie Welt mit klaren Grenzen

Batman: Arkham Asylum spielt komplett auf einer kleinen Insel, auf der sich nur die Nervenheilanstalt Arkham befindet, die aus mehreren Gebäuden besteht. Im Spielverlauf werden weitere Gebäude und darin enthaltene Räume begehbar, so dass sich der Spieler nach Abschluss der Handlung vollkommen frei in der Spielwelt bewegen kann. Diese eigentlich freie Spielwelt wird jedoch durch die Handlung limitiert. Der Spieler muss zu einem bestimmten Ort und dort bestimmte Aktionen durchführen um die Spielwelt zu verändern oder neue Gadgets zu erhalten, die den Zugang zu weiteren Abschnitten der Anstalt ermöglichen. Trotzdem kann sich der Spieler gerade auf den Außenarealen oftmals zwischen mehreren Routen entscheiden. Obwohl alle Ziele in linearer Reihenfolge erfüllt werden müssen schafft es der Titel immerhin teilweise das Spielgefühl einer freien Welt zu vermitteln. Arkham kann übrigens nach dem großen Endkampf gefahrlos weiter erkundet werden. Eine Übersichtskarte stellt alle benötigten Informationen zur Verfügung und sorgt dafür, dass sich der Spieler in der reichlich skurrilen Irrenanstalt nicht verirrt.

Herausforderungen, Rätsel und Figuren

Innerhalb der eigentlichen Story gibt es reichlich Rätsel des Riddlers zu knacken. Dafür müssen versteckte Trophäen gefunden oder bestimmte Gegenstände in einem Raum gescannt werden, auf die der Riddler mit einem rätselhaften Satz aufmerksam macht. Als Belohnung für besonders eifrige Detektive winken die freischaltbaren Herausforderungen und Figuren. Bei den Herausforderungen handelt es sich um eine Nachstellung einiger Kämpfe aus dem Storymodus. Bei Nahkämpfen kommt es auf das Erreichen einer möglichst hohen Punktzahl an, während bei der Auseinandersetzung mit bewaffneten Gegnern die benötigte Zeit Grundlage der Beurteilung der Leistung des Spielers ist. Zusätzlich gibt es einige Bonusziele, welche die Ausschaltung von Gegnern auf eine bestimmte Art und Weise erfordern. Bei den Figuren handelt es sich um frei zu betrachtende 3D-Modelle der Charaktere des Spiels. Immerhin eine gute Möglichkeit sich fiese Bossgegner und andere Charaktere einmal in aller Ruhe aus der Nähe anzusehen. Diese Ergänzungen machen ein erneutes Spielen durchaus interessant und motivieren vor allem Batman-Fans dazu Arkham gründlich zu durchsuchen. Insgesamt stellen diese Features jedoch nur eine kleine Erweiterung dar. Die Rätsel hätten jedoch durchaus komplexer sein können und wären zum Beispiel durch die Kombination mehrerer Objekte interessanter geworden.

Kleine Kritikpunkte

Batman: Arkham Asylum wurde für Playstation 3, Xbox 360 und den PC entwickelt. Leider merkt man das auch an einigen Stellen. Gerade das nicht vorhandene Speichersystem ist für PC-Spieler sehr ärgerlich, da es so nicht möglich ist Spielstände zu besonderen Kämpfen oder Situationen anzulegen. Zusätzlich ist das Erreichen eines Speicherpunkts nicht deutlich genug sichtbar. Hier hätte Rocksteady dem Spiel für den PC durchaus weitere Optionen geben können. Inhaltlich wiederholen sich leider einige Abläufe in dem Spiel zu oft. Veränderungen und Erweiterungen im Spiel sind zwar durch neue Gegnertypen prinzipiell vorhanden, jedoch unterm Strich ein wenig zu selten. Das Ende des Spiels gibt leider ebenfalls Anlass zur Kritik, da der finale Kampf trotz genialer Inszenierung recht enttäuschend ist.

Technik: Grafik und Sound

Das Spiel nutzt die weit verbreitete Unreal 3 Engine und überzeugt durch sehr gute Lichteffekte und detaillierte Innenareale. Besonders hervorzuheben sind die butterweichen Animationen, die selbst nahezu unmögliche Bewegungen realistisch wirken lassen. Arkham wird durchgehend als dunkler und grotesker Ort dargestellt. Innerhalb dieses Settings gibt es jedoch genügend Variationen, da zum Beispiel Orte wie der Zellentrakt, der botanische Garten oder die Leichenhalle starke Unterschiede aufweisen. Die Darstellung der Charaktere ist – wie sollte es anders sein - leicht comichaft, was sich oftmals vor allem in den Proportionen ausdrückt. Trotz der hohen Qualität werden eher geringe Ansprüche an die Hardware gestellt. Mit einem Dual Core, 2GB Arbeitsspeicher und einer Geforce 8800 GTX flattert Batman bei einer Auflösung von 1650 * 1080 und den höchst möglichen Einstellungen mit flüssigen 40 bis 60 Bildern die Sekunde über den Bildschirm. Auch die Ladezeiten fallen erfreulich kurz aus und werden beim Spielen teilweise gar nicht erst wahrgenommen.

Beim Sound konnten wir ebenfalls keine Schwachstellen entdecken. Die Sprecher überzeugen sowohl in der englischen, als auch in der deutschen Fassung. Ein besonderes Highlight sind die skurrilen Sprüche des Jokers, mit denen er seine Schergen immer wieder auf humorvolle Art vor Batman warnt. Die gelegentlich gespielte Musik ist passend zur jeweiligen Situation. Allerdings wünscht man sich an einigen Stellen eine stärkere emotionale Reaktion von Batman, da dieser situationsunabhängig immer im gleichen analytischem Ton redet. Auf der anderen Seite erwartet man eigentlich genau dieses Verhalten von Actionhelden, weshalb es sich bei diesem Punkt vermutlich um eine Geschmacksfrage handelt.

Fazit: Ein Meisterwerk

Endlich gibt es einen hervorragenden Lizenztitel! Der Grund liegt vor allem in der cleveren Nutzung der Lizenz, da sich Batman: Arkham Asylum nur der Grundlagen des Batman-Universums bedient und die Entwickler ein geeignetes Setting für ein Spiel entwickelt haben, anstatt krampfhaft der Handlung eines Films zu folgen. Dieser Titel überrascht den Spieler an vielen Stellen, liefert packende Action, präsentiert eine mitreißende Handlung und ist dank des Jokers teilweise mit einem bitterbösen Humor ausgestattet. Leider endet der Besuch in Arkham nach ca. 10-15 Stunden. Immerhin kann der Titel in dieser Zeit ohne Unterbrechung begeistern. Der Entwickler Rocksteady hat gleich mehrere Spielszenen erschaffen, an die sich Spieler noch lange erinnern werden. Dazu gehören die wirklich denkwürdigen Alptraumsequenzen und die flüssigen Kampfchoreografien. Bei diesem Titel kommen nicht nur Batman-Fans, sondern alle Spieler auf ihre Kosten. Die kleinen Macken können den Gesamteindruck nicht ernsthaft trüben. Batman: Arkham Asylum ist ein Meisterwerk, wenn auch ein eher kurzes. Es mangelt leider an Langzeitmotivation, weshalb wir das Spiel trotz vieler ausgeprägter Stärken nicht mit der vollen Punktzahl belohnen.

Einzelwertungen:
Singleplayer: 4/5
Multiplayer: n.v.
Grafik: 5/5
Sound: 5/5
Atmosphäre: 5/5
Story: 4/5
Umfang: 5/5
Gesamtbewertung: 4/5



Dieser Artikel wurde erstmalig 2009 auf dem inzwischen eingestellten Projekt Gamer-Oase.de veröffentlicht.

Autor: RedBasti



Spieletest zu Batman Arkham Asylum

von RedBasti
Bewertung: 4 von 5 Sterne
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Artikelreview zum Spiel Batman Arkham Asylum aus dem Genre Abenteuerspiele / Adventures (Videospiele) von Entwickler Rocksteady Studios und herausgegeben von Square Enix
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