Startseite BrowsergameSpielen.de




News Browsergames Social Games Videospiele Eigenes Browsergame


Icon

Civilization 5 Vorschau


Vorschau auf das Rundenstrategie-Videospiel Civilization 5 von Sid Meier.


Einer der Klassiker der PC-Spielegeschichte präsentierte sich auf der GamesCom 2010 eher zurückhaltend. Am Rand der Halle 7 präsentierte 2K Games den Besuchern eine vollständig lokalisierte Version von Civilization 5 und verzichtete dabei auf eine Trailershow und dröhnende Boxen. Stattdessen gab es ca. 20 Plätze, an denen sich das schon im September kommende Spiel anspielen ließ. Schon vor dem Anspielen hatte man positive Eindrücke gewonnen, denn an diesem Stand ging es ruhig und sachlich zu. Doch welchen Eindruck vermittelt das Spiel selbst? Wir haben die Neuauflage des rundenbasierten Klassikers angespielt und erste Eindrücke gewonnen.

Der Civ-Veteran fühlt sich sofort wohl

Gleich nach Spielstart fühlt man sich sehr stark an den Vorgänger, Civilization 4, erinnert. Die ersten Züge einer Partie unterscheiden sich vom Vorgänger höchstens in einigen Nuancen. In den ersten Runden werden die ersten Krieger, Bautrupps und Siedler ausgebildet um anschließend in der Hauptstadt die ersten Gebäude zu errichten oder sogar ein Weltwunder zu bauen. Die ersten Forschungen legen weitere Rohstoffvorkommen auf der Karte frei, denn nicht alle Ressourcen sind von Beginn an sichtbar, bzw. nutzbar. Nach den ersten Spielminuten ergibt sich ein Gesamtbild, denn nun kennt der Spieler die angrenzenden Nationen, weiß, welche Rohstoffe im Boden schlummern und auf welche geografischen Gegebenheiten er sich einstellen muss. Da nun immer größere Teile der bekannten Welt besiedelt sind nimmt das Konfliktpotential zwischen den Nationen ständig zu. Es kommt zu ersten Konflikten mit Barbaren, später auch zu Kriegen mit anderen Nationen. So weit so bekannt.

Es gibt auch Neues!

Trotz der Gemeinsamkeiten mit Civilization 4 gibt es einige Neuerungen, die einem schnell auffallen. Die wohl auffälligste Neuerung ist die Umstellung auf ein Spielfeld, welches aus Sechsecken besteht. Dadurch wirkt die Landschaft weniger künstlich, was jedoch zum Großteil wohl eher der verbesserten Grafik zuzuschreiben ist. Viel wichtiger ist jedoch, dass die Bewegung der Einheiten nun fairer ist, als auf einem Spielfeld, das aus Vierecken besteht. Denn nun verfällt der Vorteil einer gleichzeitigen horizontalen und vertikalen Bewegung bei einem diagonalen Zug gegenüber den rein horizontalen und vertikalen Zügen. Auch die Anzahl der umgebenden Felder wird so von acht auf sechs reduziert. Ebenfalls neu ist der Gesellschaftsbaum, in dem sich für gewonnene Kulturpunkte immer neue Errungenschaften freischalten lassen, die der eigenen Zivilisation wichtige Boni verschaffen. Insgesamt gibt es zehn Gesellschaftskategorien, wobei sich zwei jeweils gegenseitig ausschließen. Der Spieler muss sich also für fünf Zweige entscheiden. Wenn alle fünf Zweige vollständig erforscht sind, kann ein utopisches Projekt unternommen werden. Dieses utopische Projekt ist der neue Kultursieg in Civilization 5. Die Möglichkeit das Spiel über einen großen Kultureinfluss zu gewinnen gab es auch schon in Civilization 4, aber sie wurde selten genutzt, da andere Siegarten leichter zu erringen waren. Vielleicht schaffen es die Boni den Kultursieg in Civilization 5 attraktiver zu machen. Der Gesellschaftsbaum ersetzt übrigens die Regierungsformen aus dem Vorgänger. Veteranen werden ebenfalls einige Veränderungen bei den Ressourcen, Einheiten und Technologien bemerken. Außerdem gibt es einen Schwung frischer Weltwunder. Das sind jedoch nur Veränderungen im Detail. Vollkommen neu sind in Civilization 5 Naturwunder und Stadtstaaten. Die Naturwunder sorgen bei Entdeckung für mehr Zufriedenheit bei der Bevölkerung. Doch erst wenn ein Naturwunder innerhalb des Einflussbereichs einer Stadt liegt, kann man aus den Naturwundern einen wirklichen Nutzen für die eigene Zivilisation ziehen. Die Stadtstaaten sind neutrale Nationen, mit denen man sich gut stellen kann oder versucht diese zu erobern.

Die wohl stärksten Veränderungen erfährt Civilization 5 beim Kampfsystem. Auf jedem Feld kann nun nur noch eine Einheit stehen, sodass der Stapelangriff der Vergangenheit angehört. Da man nun nicht mehr offensive und defensive Einheiten auf ein Feld stellen kann, muss man als Spieler deutlich mehr über die Platzierung der Einheiten nachdenken. Außerdem haben Fernkämpfer nun die Möglichkeit bei ihrem Angriff über ein Feld hinwegzuschießen und so außerhalb der Reichweite des Gegners zu agieren. Diese Veränderungen versprechen ein Plus an Taktik. Allerdings bleibt fraglich, ob im späteren Spielverlauf alle gebauten Einheiten auf der Karte Platz finden. Ob sich das neue System bewährt kann erst nach dem Release gesagt werden aber viel versprechende Ansätze sind vorhanden. Übrigens verfügen Städte nun auch ohne eine stationierte Einheit über eine Grundverteidigung, sodass diese nicht mehr im Handstreich erobert werden können.

Entkrampftes Interface

So toll wie der Vorgänger auch war, auf Neueinsteiger wirkte die Komplexität teilweise abschreckend. Das soll sich in Civilization 5 ändern. Glücklicherweise scheint diese Änderung nicht durch eine Absenkung der Komplexität, sondern durch eine Vereinfachung der Benutzeroberfläche zu erfolgen. Das neue Interface ist dank größerer Symbole und einer einfacheren Struktur übersichtlicher und lenkt den Blick auf die entscheidenden Buttons und Informationen. Veteranen werden sich trotzdem schnell an das neue Interface gewöhnen. Die alten Hotkeys funktionierten in der anspielbaren Version unverändert und ermöglichen Veteranen einen sehr schnellen Einstieg in das Spiel.


Fazit: Würdige Fortsetzung

Bisher macht Civilization 5 einen sehr guten Eindruck. Der Entwickler Firaxis modernisiert mit dem Kampfsystem und den Sechsecken zwei Kernelemente der Civilization-Reihe und scheint in beiden Punkten eine Verbesserung herbeizuführen. Gleichzeitig gibt es eine Überarbeitung der Barbaren, neutrale Stadtstaaten und Naturwunder als neue Features. Trotz der Neuerungen spielt sich der Titel unbestreitbar wie ein waschechtes Civilization – und das ist auch gut so! Wenn die Entwickler nicht patzen erwartet uns im September die Rückkehr eines Klassikers.



Dieser Artikel wurde erstmalig 2010 auf dem inzwischen eingestellten Projekt Gamer-Oase.de veröffentlicht.

Autor: RedBasti
von RedBasti
Pixel