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Command & Conquer: Alarmstufe Rot 3


Command & Conquer: Alarmstufe Rot 3 setzt die Geschichte der Alliierten gegen die Sowjets mit Japan fort.


Ein flüchtiger Blick auf den neuesten Ableger der Command & Conquer-Reihe Alarmstufe Rot 3 genügt um festzustellen, dass es sich hier um ein äußerlich schrilles und abgefahrenes Spiel handelt. In quitschbunter Comic-Grafik jagen sich Bären und Hunde um die Wette, fahren Schiffe plötzlich an Land, wirbeln junge japanische Damen Kraft ihrer Gedanken schwere Panzer durch die Luft und futuristische Luftabwehreinheiten feuern auf uralte, aber tödliche Luftschiffe. Der Vorgänger Alarmstufe Rot 2 zeigte, dass hinter einer irren Aufmachung ein sehr gutes Strategiespiel stecken kann. Doch wie steht es um Alarmstufe Rot 3? Versteckt sich auch jetzt wieder ein gutes Spiel hinter der zirkusartigen Fassade oder waren die Entwickler zu übermütig? Bei den Tests für unser Review (Spieletest) stießen wir auf viele positive Überraschungen - und leider auch auf einige Mängel.


Zeitreisen, Einstein & Co

Die Geschichte zu Alarmstufe Rot 3 wird in einem langen und aufwendigen Intro gleich nach Spielstart erzählt. Im zweiten Krieg zwischen den Sowjets und den Alliierten (Westeuropa und die USA) stehen die alliierten Truppen unmittelbar vor Moskau und drohen die Existenz der Sowjetunion zu beenden. In dieser Notlage aktivieren die Sowjets eine bis dahin geheime Zeitmaschine und reisen in die Vergangenheit zurück um Albert Einstein zu beseitigen, da dessen Forschungen für die Überlegenheit der alliierten Truppen verantwortlich sind. Die Rückkehr in die Gegenwart offenbart jedoch sofort die negativen Auswirkungen der Zeitreise, denn während die Alliierten nun tatsächlich der sowjetischen Kriegsmaschinerie unterliegen erhebt sich im Osten ein neuer Todfeind: Das Reich der aufgehenden Sonne. Ab sofort kämpfen also Sowjets, Alliierte und Japaner um die Weltherrschaft. Dabei verfügt jeder Kriegsteilnehmer über ein individuelles Arsenal. Die Sowjets setzen auf alte Techniken und kombinieren diese mit einer dicken Panzerung und einer brachialen Feuerkraft. Die Alliierten vertrauen auf spezialisierte Einheiten, moderne Technologien und eine gute Ausbildung der eigenen Truppen. Das alliierte Arsenal ähnelt dem heutigen Militär von allen drei Parteien am stärksten. Das Reich der aufgehenden Sonne benutzt futuristische Technologien und verbindet diese mit der japanischen Kultur, was sich zum Beispiel in der Verwendung von Laserschwertern niederschlägt. Wer mit Alarmstufe Rot 3 den ersten Teil der Serie spielt dürfte keine Probleme haben die Story nachvollziehen zu können, denn Vorkenntnisse sind nicht nötig.

Erzlager, Bausysteme und Kriegsspielzeuge – Das Spielprinzip

Alarmstufe Rot 3 ist im Kern ein klassisches Echtzeit-Strategiespiel. Ressourcen werden direkt auf dem Schlachtfeld nutzbar gemacht und anschließend in Produktionsstätten in neue Einheiten umgewandelt. Auch die Gebäude werden direkt auf dem Schlachtfeld errichtet und binnen weniger Sekunden aus dem Boden gestampft. Es gibt jedoch einige Unterschiede zwischen Alarmstufe Rot 3 und den früheren Spielen der Command & Conquer-Serie. Die Ressource Erz wurde bisher in oberirdischen Feldern von Sammlern geerntet und anschließend zur Raffinerie gebracht. In Alarmstufe Rot 3 hingegen gibt es Erzlager, die direkt durch eine Raffinerie in nächster Nähe erschlossen werden können. Dadurch wird das Wirtschaftssystem erheblich vereinfacht, da nun exakt ein Sammler und eine Raffinerie für die Bedienung eines Erzlagers ausreichen. Diese Vereinfachung nimmt jedoch auch einige taktische Überlegungen aus dem Spiel, wie zum Beispiel die Frage nach dem optimalen Verhältnis von Sammlern zu Raffinerien. Das neue Wirtschaftssystem bringt Vorteile bei der Bedienbarkeit des Spiels, gleichzeitig aber auch weniger taktische Tiefe.

Ebenfalls neu für die Command & Conquer-Reihe ist die Einführung verschiedener Bausysteme für jede der drei Fraktionen. Der Bauhof bleibt dennoch das Kernstück der Gebäudeproduktion, da ohne ihn keine weiteren Gebäude in Auftrag gegeben werden können. Die Alliierten wählen in typischer Command & Conquer-Manier erst einen Bauplatz, wenn das Gebäude selbst schon für die Aufstellung vorbereitet ist. So kann man immer eine kleine Überraschung für den Gegner in der Hinterhand bereithalten. Allerdings können die Alliierten nur im Einzugsbereich von Bauhöfen und Außenposten bauen. Die Sowjets wählen demgegenüber zuerst einen Bauplatz und beginnen dann mit dem Bau des Gebäudes. So kann der Gegner schon früh erkennen an welchen Stellen neue Gebäude entstehen. Als einzige Fraktion kann die Rote Armee gleich zu Beginn des Spiels einen Kran errichten, der wie ein Bauhof eine weitere Bauschleife für die Gebäudeproduktion zur Verfügung stellt. Außerdem erweitert jedes Gebäude den bebaubaren Bereich, so dass man sich als Sowjet mit einigen Gebäuden Zugang zu wichtigen Ressourcen verschaffen kann. Doch auch die Sowjets können Außenposten einsetzen um ihre Basis über eine große Distanz hinweg zu erweitern. Vollkommen neu ist hingegen das Bausystem der Japaner. In japanischen Bauhöfen entstehen lediglich kleine Kerne, die zu jedem beliebigen Ort fahren können und sich dort in ein Gebäude verwandeln. Die unterschiedlichen Bausysteme grenzen die Fraktionen deutlich von einander ab und machen das Spiel abwechslungsreicher.

Doch auch bei den Einheiten und deren Bedienung gibt es einige Neuerungen, ebenso aber auch ein Wiedersehen mit vielen alten Bekannten. Die Arsenale der Sowjets und der Alliierten ähneln denen des Vorgängers Alarmstufe Rot 2 sehr stark. So mischt der Mirage-Panzer, der sich bei Stillstand als harmloser Baum oder Fels tarnt, wieder auf der Seite der Alliierten mit. Aber auch Flugzeugträger und Delfine kämpfen weiterhin auf Seite der Alliierten Marine. Neu im Arsenal der Alliierten sind zum Beispiel der schwere Century-Bomber und der Cryocopter, der gegnerische Einheiten und Gebäude schnell einfriert. Die Sowjets setzen weiterhin auf eine rustikale Kriegsmaschinerie, die technologisch vollkommen veraltet ist. Die langsamen aber schwer bewaffneten Kirov-Luftschiffe lassen Bomben vom Himmel regnen, während der Apokalypse-Panzer mit seinem Zwillingsgeschütz der Schrecken gegnerischer Fahrzeuge bleibt. Doch natürlich gibt es auch bei den Kommunisten einige neue Einheiten, wie das Stingray-Schnellboot, das sich dank mechanischer Beine unter dem Rumpf auch an Land bewegen kann und mit seinen zwei Teslaspulen die Feinde der Sowjetunion mit tödlichen Stromschlägen bekämpft. Einen denkbar großen Kontrast zur sowjetischen Kriegsmaschinerie stellen die Einheiten des Reiches der Aufgehenden Sonne dar, die auch als imperiale Truppen bezeichnet werden. Einige der imperialen Einheiten verfügen nämlich über die Fähigkeit sich zu transformieren. So wird aus einem Angriffshubschrauber in Sekundenbruchteilen ein Walker, der seine Raketen auf Luftziele richtet. Die Mischung der Einheiten in Alarmstufe Rot 3 ist sehr gut gelungen, da wirklich jede Einheit ihren Nutzen hat. Auch die Bedienung von Spezialfunktionen ist sehr komfortabel. Jede Einheit verfügt genau über eine Spezialfähigkeit, die immer mit dem Hotkey „F“ aktiviert wird. Die Kombination dieses Hotkeys mit der seit Jahren bekannten Möglichkeit Teams zu bilden erleichtert das Micromanagement der Einheiten enorm und ermöglicht auch weniger geübten Spielern sich durch die Benutzung der Spezialfähigkeiten Vorteile gegenüber dem Gegner zu erspielen.

Spezialangriffe und amphibische Einheiten

Das Management der Bauschleifen und der einzelnen Einheiten wird um einige Spezialangriffe erweitert, die in ihrer Form Spielern von Command & Conquer Generals bereits bekannt sein dürften. Im Verlauf der Zeit sammelt jeder Spieler Erfahrungspunkte, die für Spezialangriffe eingetauscht werden können. So können zum Beispiel alliierte Generäle Luftschläge oder Zeitbomben anfordern, während das Imperium Ballonbomben über gegnerische Basen einschweben lässt. Neben diesen Angriffen gibt es aber auch verschiedene Boni, wie zum Beispiel ein erhöhtes Waffenfassungsvermögen der eigenen Luftwaffe. Besonders trickreich geht es bei den Sowjets zu, die gegnerische Einheiten durch einen Satelliten ins Weltall ziehen können und diese dann durch eine andere Fähigkeit kombiniert mit Weltraumschrott auf den Gegner niederstürzen lassen.

Die Alarmstufe Rot-Reihe ist seit dem ersten Teil für die groß angelegten Seeschlachten bekannt. Auch der dritte Teil macht da keine Ausnahme und bietet dem Spieler dank vieler amphibischer Einheiten viele Möglichkeiten das kühle Nass zu nutzen. Auch die meisten Gebäude können direkt auf dem Wasser errichtet werden und machen das Wasser im Notfall zu einem Rückzugsraum. Wer siegreich sein will, der muss auf dem Land und zur See erfolgreich sein. Wie wichtig der Einsatz der Marine ist hängt jedoch auch von der verwendeten Karte ab. In einer Inselwelt ist es natürlich unmöglich auf die Marine zu verzichten, während die Schlacht auf anderen Karten auch ohne den Einsatz der Marine beendet werden kann. Der Weg über das Wasser ist oftmals ein alternativer Angriffsweg, der besonders dann hilft, wenn der Landweg vom Gegner versperrt wird. Die starke Einbindung von Seeschlachten ist eine Bereicherung des Spiels und erweitert den Kampf um eine Ebene.

Kampagne & Story

Alarmstufe Rot 3 bietet für jede der drei Fraktionen eine Kampagne mit jeweils neun Missionen. Bisher waren Kampagnen in Echtzeit-Strategiespielen Bestandteil des Einzelspieler-Modus. Nicht so in Alarmstufe Rot 3, denn hier können alle Missionen der drei Kampagnen kooperativ gespielt werden. Über das Internet ist es möglich einen anderen Spieler einzuladen und anschließend mit diesem die Missionen zusammen gegen den Computer zu spielen. Alternativ kann aber auch eine künstliche Intelligenz (KI) die Position des Mitspielers einnehmen. Leider sind nur sehr wenige Missionen so gestaltet, dass das Spiel zusammen mit einem Partner sinnvoll erscheint. Während einige Missionen eine klare Aufgabenverteilung vorgeben und so das kooperative Spiel interessant machen, handelt es sich bei anderen Missionen um eine schlichte Verdoppelung der Karte zum Zweck des Einfügens eines zweiten Spielers. Die Möglichkeiten des kooperativen Spiels werden nur teilweise ausgenutzt. Die KI als Partner agiert leider nur mäßig intelligent und verkommt ab und zu auch zum Ärgernis. Besonders frustrierend ist die Zusammenlegung der Credits beider Spieler in der Kampagne. Wenn also die KI anfängt ihre Einheiten zu verheizen, so werden sprichwörtlich auch eigene Ressourcen geopfert. Insgesamt sind die Idee und die Umsetzung des kooperativen Spiels durchaus gut – aber ausbaufähig. Ein echtes Versäumnis ist jedoch die fehlende Möglichkeit den Koop-Modus im Netzwerk benutzen zu können.

Die 27 Missionen sind alle recht schnell gelöst und beschäftigen den durchschnittlichen Spieler maximal wenige Tage. Im Gegenzug halten die Missionen viele geskriptete Ereignisse und Überraschungen für den Spieler bereit. Positiv anzumerken ist die große Vielfalt an Landschaften, auf die der Spieler während der Kampagnen stößt. Schade ist hingegen, dass die Missionsziele weit weniger abwechslungsreich sind. Das absolute Highlight der Kampagne sind die aufwendigen Videosequenzen, die mit bekannten Schauspielern, einem gewollt hohen Trash-Faktor und einer hohen Produktionsqualität aufwarten. Vor, nach und während der Mission wird der Spieler durch die Videos immer wieder über den Verlauf der Story unterrichtet. Doch so gut und passend die Videos auch sind, sie täuschen nicht über eklatante Schwächen der Story hinweg, die gerade vor der Kulisse aufwendig produzierter Videosequenzen deutlich zu Tage treten. Die Geschichte von Alarmstufe Rot 3 verläuft in jeder der drei Kampagnen unterschiedlich und enthält zu viele Wendungen, von denen die meisten jedoch nicht überraschend sind, und Charaktere. Genau hier liegt das Problem, da die Vielzahl an Charakteren und Ereignissen in den insgesamt neun Missionen pro Kampagne nur unzureichend detailliert dargestellt werden kann. Eine Geschichte dieses Umfangs hätte in die Länge gezogen werden müssen, was natürlich auch die Spieldauer erhöht hätte. Außerdem erscheint so manches höchst unlogisch: Die Sowjets verändern durch eine Zeitreise im Intro des Spiels ihre Gegenwart massiv. Trotzdem existieren viele Technologien und Einheiten weiterhin, während man z.B. von Atombomben auf einmal nie etwas gehört hat. Natürlich sind die Videos und die Geschichte zu Alarmstufe Rot 3 mit Blick auf die Konkurrenz in diesem Genre mehr als überdurchschnittlich, aber an die Qualität früherer Command & Conquer-Teile reichen diese nicht ganz heran.

Ungenutzte Chancen – Der Multiplayer

Über den Internetdienst Gamespy können bis zu sechs Spieler in einem Spiel gemeinsam ihre Armeen über die virtuellen Schlachtfelder jagen, auch im lokalen Netzwerk sind sechs Spieler pro Schlacht das Maximum. Bisher waren Command & Conquer-Spieler eigentlich an ein Maximum von acht Spielern gewöhnt. Die Spielmechanik ist prinzipiell sehr gut und macht Alarmstufe Rot 3 für Einsteiger, Fortgeschrittene und Profis interessant. Die Kämpfe sind oftmals lange ausgeglichen und spannend. Einige Beispiele für typische Szenen aus dem Multiplayer findet ihr in unserem Video. Theoretisch ist Alarmstufe Rot 3 ein sehr gutes Spiel für Solisten und Multiplayer. Praktisch dürften sich die Liebhaber gepflegter Multiplayerpartien jedoch über viele Versäumnisse der Entwickler ärgern. Die Menüs im Multiplayer sind sehr klotzig, liefern aber dennoch sehr wenige Informationen. So bekommt der Spieler zum Beispiel keine Auskunft über die Verbindung zu seinen Mitspielern und kann daher auch nicht einschätzen, ob es durch einen Mitspieler zu Rucklern kommen wird. Gerade bei Schlachten mit sechs Spielern ist das ärgerlich, da hier ein flüssiger Spielablauf eh Seltenheitswert hat. Auch elementare Dinge wie ein Refresh-Button oder ein Filter für die Spieleliste fehlen. Die Aufteilung der Spiele auf unzählige Lobbys ist ohnehin keine gute Lösung, da man so immer nur einen Bruchteil der gerade eröffneten Spiele sieht. Die Automatch-Funktion für gewertete Spiele funktioniert in der aktuellen Version nur mangelhaft und führt nur sehr selten zu einem positiven Ergebnis. Mit wenig Pech ist die Wartezeit auf einen Gegner bei der Automatch-Funktion genauso lang wie das anschließende Spiel. Besonders Ärgerlich: Gewertete 2on2 Spiele mit einem vorher festgelegten Partner sind nicht möglich. Wer Pech hat bekommt vom System einen Partner an die Seite gestellt, mit dem man nicht einmal Tiberium Wars, spielen könnte, welches eine frühere Version der gleichen Engine benutzt und im März 2007 erschien. Der Multiplayer ist in seiner aktuellen Form definitiv kein Glanzpunkt von Alarmstufe Rot 3 und das beste Argument für eine längere Entwicklungszeit. Ob die Versäumnisse nachgeholt werden bleibt abzuwarten.

Ein Wiedersehen mit den Co-Commandern – Der Skirmish-Modus

Alternativ zum Spielen via Netzwerk oder Internet gibt es auch die Möglichkeit auf den Multiplayerkarten gegen die KI anzutreten. Die KI ist in vier Schwierigkeitsgerade unterteilt, die gut aufeinander abgestimmt sind und keine zu großen Sprünge aufweisen. Pro Fraktion gibt es drei unterschiedliche KI-Commander, die bereits aus der Kampagne bekannt sind. Jeder dieser Commander verhält sich unterschiedlich und wendet individuelle Strategien an. Was in der Theorie gut und abwechslungsreich klingt, erweist sich in der Praxis leider relativ schnell als langweilig. Die KI-Commander halten nämlich bis zum sprichwörtlichen Verrecken an ihrer Strategie fest, so dass z.B. die russische Kommandeurin noch Kampfhubschrauber baut, wenn gegnerische Luftüberlegenheitsjäger bereits über ihrer Basis kreisen. Gänzlich aufgeschmissen ist die KI auf Karten, in denen jeder Spieler auf einer eigenen Insel sitzt. Wer die Verhaltensweisen aller neun KI-Commander kennt, kann sich schnell auf diese einstellen und leicht erahnen welche Einheiten der Gegner in die Schlacht schickt. Auch im Kampf KI gegen KI hängt das Ergebnis nur davon ab welche KI-Commander aufeinander treffen. Auch eine zufällige Auswahl der KI sorgt für wenige Überraschungen, denn bei der ersten Sichtung gegnerischer Einheiten stellt sich der gegnerische KI-Commander dem Spieler vor, sodass dieser spätestens jetzt weiß, mit wem er es zu tun hat. Immerhin kann der menschliche Spieler verbündeten KI-Spielern Anweisungen geben, die prompt ausgeführt werden. Die fehlende Flexibilität der KI-Commander kostet jedoch definitiv Nerven und reduziert den Spielspaß des Gefechtsmodus (Skirmish) erheblich.

Sound & Musik

Lange mussten Fans der Command & Conquer-Reihe kämpfen aber nun haben sie es geschafft: Electronic Arts beauftragte Command & Conquer Soundtrackgott Frank Klepacki mit der Musik zu Alarmstufe Rot 3. Das Ergebnis sind viele neue Tracks gemischt mit einigen Remixes, die noch immer eine starke Verwandtschaft zu den Titeln aus Alarmstufe Rot 1 und 2 aufweisen. Die Tracks variieren je nach Fraktion oder auch Einsatzgebiet in der Kampagne. Nette Dreingabe: Die Musik ist dynamisch, sodass entsprechend der Spielsituation die Musik eher ruhig oder hektisch ist. Die bekanntlich harten Töne von Frank Klepacki sind gewohnt exzellent und versprühen viel Flair. Die Soundeffekte sind passend und klar den einzelnen Einheiten zuzuordnen. Auch die Sprüche der Einheiten sind liebevoll und individuell gestaltet und sorgen definitiv für den einen oder anderen Lacher. Leider ist die Sprachausgabe der deutschen Version weniger gelungen. Außerdem ist die deutsche Version (Standard und Premier Edition) wider allen Erwartungen nicht multilingual (mehrsprachig). Daher raten wir allen Spielern, die der englischen Sprache mächtig sind, sich das das englische Sprachpaket runterzuladen.

Kunterbunte Grafik

Alarmstufe Rot 3 setzt konsequent auf den Comic-Look mit knallbunten Farben und unrealistischen Größenverhältnissen. Besonders schön anzusehen ist das Wasser mit seichten Wellenbewegungen und Reflektionen, welches das optische Highlight dieses Spiels ist. Demgegenüber hätten einige große Gebäude und andere Objekte mehr Polygone vertragen können. Auch viele der großen Explosionen können leider nicht vollkommen überzeugen, da zum Beispiel beim Abwurf eines Bombenteppichs jede Explosion gleich aussieht. Auch die Raucheffekte lassen zu wünschen übrig und wurden in Tiberium Wars mit der gleichen Engine schon deutlich schöner realisiert. Dennoch ist die Grafik sehr solide und macht insgesamt einen guten Eindruck. Positiv anzumerken ist, dass die Hardwareanforderungen durchaus vertretbar sind und das Spiel auch jenseits eines Highend-Rechners mit maximalen Einstellungen flüssig läuft. Der Comic-Stil selbst ist Geschmackssache und wird nicht jedem Spieler zusagen. Dafür passt er aber zum insgesamt comichaften Stil des Spiels.

Miese Wegfindung & Kopierschutz

Egal ob Single- oder Multiplayer, ein Problem von Alarmstufe Rot 3 dürfte jeden Spieler nerven: Die Wegfindung. Sehr oft werden Bewegungsbefehle gar nicht oder nur teilweise ausgeführt. Auch eine Wiederholung der Anordnung hilft nicht immer. Viel zu oft kommen von größeren Truppenverbänden einige Einheiten nicht an. Im schlimmsten Fall sind sie erst gar nicht losgefahren. Doch selbst wenn sich alle Einheiten auf den Weg machen, kann es noch zu Pannen kommen. Wer sich einmal genau ansieht über welche Wege die eigenen Einheiten große Distanzen überwinden wird diese häufig beim Fahren von Schleifen erwischen. Spätestens wenn die erste Schlacht verloren geht, weil die Verstärkung Befehlsverweigerung betreibt, sieht der Spieler rot.

Ebenfalls Anlass zur Kritik gibt der neue Kopierschutzmechanismus SecuRom. Die Verwendung dieser Form des DRM (Digital Rights Management) ist ohnehin sehr umstritten. Einer der Vorteile dieses Systems ist, dass der Spieler die DVD nicht zum Starten des Spiels braucht. Einer der Nachteile ist hingegen, dass bei der Installation auf einem neuen Rechner eine Authentifizierung verbraucht wird, von denen jeder Käufer fünf zur Verfügung hat. Diese Authentifizierungen lassen sich durch den Kundendienst von EA bei Bedarf aufstocken. Das eigentlich ärgerliche ist jedoch, dass während der Installation keine deutliche Information zu diesem Kopierschutz erscheint und der Benutzer auch nicht erkennen kann, wann eine neue Authentifizierung genutzt wurde. Denn was eine „tiefgreifende Veränderung“ des Systems ist, ist nun wirklich Definitionssache. Für den Kopierschutz kann es schon der Einbau einer neuen Festplatte sein. Für die Aktivierung des Spiels muss der Rechner einmalig über eine Internetverbindung verfügen.


Fazit

Im Kern ist Alarmstufe Rot 3 ein gelungenes Spiel. Die Kampagne ist innovativ und spaßig gestaltet, der Sound ist hervorragend, der Comicstil stimmig und die Spielmechanik macht Alarmstufe Rot 3 zu einem gut funktionierenden Echtzeit-Strategiespiel. Umso bedauerlicher ist es, dass man an vielen Stellen den Eindruck gewinnt, dass Alarmstufe Rot 3 noch nicht fertig entwickelt ist. Fehlende oder nur teilweise funktionierende Features bremsen den Spielspaß vor allem im Multiplayer gewaltig. Solisten werden trotz der Mängel ihre Freude mit Alarmstufe Rot 3 haben, sofern der Comicstil gefällt. Wer jedoch auf ein fantastisches Multiplayerspiel hofft sollte entweder auf andere Spiele oder auf Patches des Herstellers warten. Alarmstufe Rot 3 ist leider ein unvollendetes Werk und kombiniert ein prinzipiell gutes Gameplay mit eklatanten Schwächen.


Bewertung

Singleplayer: 4 / 5
Multiplayer: 3 / 5
Grafik: 4 / 5
Sound: 5 / 5
Atmosphäre: 5 / 5
Story: 3 / 5
Gesamtbewertung: 3 / 5


Kommentar von RedBasti:
Natürlich werde ich als Fan der Command & Conquer-Reihe auch mit Alarmstufe Rot 3 viele Stunden verbringen. Auf der anderen Seite könnte ich mich gerade als Fan maßlos aufregen. Alarmstufe Rot 3 fehlt der entscheidende Feinschliff, der aus einem mäßigen bis guten Spiel ein herausragendes Spiel macht. Die schlechte Wegfindung und die Versäumnisse im Multiplayer können auch von den witzigen Videos und dem genialem Sound nicht kompensiert werden. Leider hat sich Electronic Arts entschieden dieses Spiel zu früh auf den Markt zu bringen. Schade, denn es hätte viel besser werden können. Kleiner Trost: Klepacki steuert erneut eine exzellente musikalische Kulisse bei.

Kommentar von Gersultan:
Lange haben wir auf die Fortsetzung von RA2 (Alarmstufe Rot 2) gewartet. Acht Jahre nun und wir halten das neue Produkt von EA-LA (Electronic Arts Los Angeles) in den Händen. Skepsis ist im Herzen. Mit dem Support von Tiberium Wars und Kanes Wrath (Kanes Rache) plus dem Ersteindruck von der Beta war ich sehr vorsichtig was den Alarmstufe Rot 3-Hype anging. Nun mein Zustand: Himmelhochjauchzend - zu Tode betrübt. Der Singleplayer und die Coop-Möglichkeit der Missionen über Internet, der Ansatz der Story und die Videos ließen mein Herz pochen und ich freute mich über ein richtiges C&C. Wenn, ja wenn nicht der bittere Geschmack des Multiplayerparts da wäre. Das ich mit meinem Spielpartner nicht mehr zusammen am 2on2-Ranking arbeiten kann finde ich eine Frechheit. Das es keine Karten für acht Spieler mehr gibt lässt mich sprachlos werden. Balancing der Einheiten ist durchaus nach meinem kurzen Eindruck gut, aber die fehlenden Möglichkeiten hauen schon arg ins Kontor. Wäre Red Alert 3 ein reines Einzelspieler-Game, dann wäre es durchaus ein kompletter 4 / 5-Kandidat. So aber drücken die fehlenden Features im Multiplayer die Wertung doch stark herunter. Schade, dass man den Eindruck hat, ein nicht völlig ausgereiftes Produkt in den Händen zu halten. Dennoch für jeden C&C-Fan wie mich ein "must-have".



Dieser Artikel wurde erstmalig 2009 auf dem inzwischen eingestellten Projekt Gamer-Oase.de veröffentlicht.

Autor: RedBasti



Spieletest zu Command & Conquer: Alarmstufe Rot 3

von RedBasti
Bewertung: 3 von 5 Sterne
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Artikelreview zum Spiel Command & Conquer: Alarmstufe Rot 3 aus dem Genre Strategie / Echtzeit-Strategie (Videospiele) von Entwickler EA Los Angeles und herausgegeben von Electronic Arts
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