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Alarmstufe Rot 3: Der Aufstand


Review bzw. Spieletest zum Echtzeitstrategie-Videospiel Command & Conquer: Alarmstufe Rot 3 - Der Aufstand von EALA.


Alarmstufe Rot 3: Der Aufstand (Originaltitel: Red Alert 3: Uprising) ist eine Erweiterung zu Alarmstufe Rot 3 und kann unabhängig vom Hauptprogramm erworben und gespielt werden. Viele der grundlegenden Entscheidungen des Entwicklers EA Los Angeles sorgten schon im Vorfeld für hochgezogene Augenbrauen. So zum Beispiel der komplette Verzicht auf einen Mehrspielermodus und der Einbau extrem starker Einheiten, die praktisch im Alleingang eine gesamte Armee vernichten können. Doch vor allem in Deutschland wundert man sich über die gewählte Distributionsform. Der Aufstand ist derzeit nur als Download erhältlich, denn auch die DVD-Hüllen, die ab April im Einzelhandel zu finden sind, enthalten lediglich einen Code um Zugang zum Download zu erhalten. In unserem Review erfahrt ihr wie gut die Fortsetzung des Konflikts zwischen Sowjets, Japanern und Alliierten tatsächlich ist und welche Spieler diesen Aufstand nicht verpassen sollten.


Die Alliierten haben gewonnen – doch der Krieg geht weiter!

Im Prolog zu Alarmstufe Rot 3 reisen drei Russen in der Zeit zurück um Albert Einstein daran zu hindern Technologien für die Alliierten zu entwickeln, da die Alliierten durch Einsteins Forschungen kurz davor stehen die Sowjetunion zu besiegen. Dadurch wurde die Weltordnung drastisch verändert, da es nun neben der Sowjetunion und den Alliierten eine weitere Weltmacht gibt: Japan („Reich der Aufgehenden Sonne“). Natürlich kommt es schnell zum globalen Konflikt zwischen den drei Supermächten. Der Aufstand geht von einem Sieg der Alliierten aus und setzt direkt nach dem Ende der Alarmstufe Rot 3 Kampagne ein. Obwohl die Alliierten als Sieger aus dem Krieg hervorgegangen sind gibt es weiterhin viele Konfliktfelder, die Uprising in vier kleinen Kampagnen behandelt. „Klein“ sollte man übrigens wörtlich nehmen, da alle vier Kampagnen zusammen nur 13 Missionen haben. Die Russen stoßen auf eine geheime Einrichtung des mysteriösen und skrupellosen FutureTech Konzerns und geraten erneut in einen Konflikt mit den Truppen der Alliierten – aber auch mit den Privatarmeen von FutureTech. Die Alliierten versuchen Japan zu stabilisieren und den letzten militärischen Widerstand auf den Inseln zu beseitigen. Das Reich der Aufgehenden Sonne sorgt sich hingegen um seine territoriale Integrität, da die Sowjetunion versucht seinen Einfluss auf die japanischen Inseln auszudehnen. Es gibt also gute Gründe wieder zu den Waffen zu greifen. Die vierte Kampagne erzählt die Geschichte von Yuriko Omega, die auf der Seite der imperialen Truppen ganze Flugzeugträger dank ihrer psychischen Kräfte aus dem Wasser heben kann.

Kampagnen mit starken Schwächen

Die Handlung und die dazugehörigen Videosequenzen weisen wie schon in Alarmstufe Rot 3 einen gewollt hohen Trashfaktor auf. An vielen Stellen wird jedoch maßlos überzogen, so dass das Spiel gelegentlich schlicht albern wirkt. Trotzdem ist die eigentliche Geschichte zu den Kampagnen recht interessant, leider aber auf Grund der geringen Anzahl an Missionen viel zu oberflächlich erzählt. Zusätzlich leiden die Kampagnen vor allem unter zahlreichen Designschnitzern. Einige Missionsziele sind nur sehr undeutlich beschrieben, so dass es teilweise nötig wird ein wenig zu experimentieren bis das vom Spiel gewünschte Ergebnis erreicht wurde. Anders als in Alarmstufe Rot 3 gibt es in den Kampagnen keinen Co-Commander. Auf der einen Seite verschwindet so eine bemerkenswerte Besonderheit aus Alarmstufe Rot 3, auf der anderen Seite muss man sich nicht länger über dämliche Aktionen des Verbündeten ärgern.

Ein besonderes Ärgernis ist der willkürliche Schwierigkeitsgrad, der vor allem Spieler, die Alarmstufe Rot 3 nicht gespielt haben, abschrecken dürfte. So ist teilweise die erste Mission einer Kampagne schwerer als die letzte. Doch auch innerhalb einer Mission kann die Schwierigkeit extrem variieren! So besteht zum Beispiel die erste Hälfte einer Mission der Alliierten aus stupider Aufräumarbeit. Doch sobald das letzte Zielgebäude erledigt wurde wird die Karte erweitert, so dass plötzlich eine riesige Armee wie aus dem Nichts direkt vor dem Hintereingang der eigenen Basis steht. An diesem Punkt kann man nur einen älteren Spielstand laden und die eigenen Einheiten vor der Zerstörung des vorläufig letzten Zieles entsprechend anordnen. Von Spielspaß kann an diesem Punkt keine Rede sein. Die Herausforderung entsteht übrigens nicht durch eine clevere künstliche Intelligenz (KI), sondern durch reichlich unfaire Startbedingungen. Die KI schickt ihnen in geregelten Abständen die gleichen Einheiten über die gleichen Wege entgegen. Da einige dieser Einheiten jedoch besonders stark sind können diese trotzdem zu einer massiven Bedrohung der eigenen Streitkräfte werden. An einigen Stellen ist es übrigens notwendig vermehrten Gebrauch von Hotkeys zu machen – untypisch für ein reines Einzelspielerspiel.

Die Yuriko-Kampagne ist übrigens mehr Rollenspiel als Echtzeit-Strategiespiel. Die Kamera ist stets auf Yuriko fixiert und folgt ihr auf Schritt und Tritt. Um die Bekämpfung gegnerischer Einheiten zu vereinfachen verfügt Yuriko über insgesamt vier Spezialfähigkeiten, die durch einen einfachen Tastendruck aktiviert werden. Der Einsatz dieser Fähigkeiten gestaltet sich sehr spaßig, da man sehr viele Gegenstände anheben und werfen kann. So kann man feindliche Fahrzeuge zusammenprallen lassen oder schwere Büroschränke auf heranrückende Gegner schleudern. Alternativ kann Yuriko Infanteristen in der Nähe zerbersten lassen oder einige Gegner davon „überzeugen“ für sie zu kämpfen. Zwei der drei Missionen mit Yuriko spielen in einer Forschungseinrichtung, die in einem vollkommen neuen Grafikset erstrahlt. Gleichzeitig profitiert die Kampagne von einer guten Physikberechnung, die beim Herumwerfen der Einrichtung zur Geltung kommt. Negativ ist hingegen die geringe Sichtweite, die durch die fixierte Kamera nicht umgangen werden kann. Außerdem sind sich die drei Missionen mit Yuriko insgesamt zu ähnlich und daher recht eintönig.

Was erwartet den Solisten?

Neben den vier Kampagnen gibt es die Möglichkeit die schon aus Alarmstufe Rot 3 bekannten Gefechte gegen die KI auszutragen. Hier kann man sich immerhin über ein erweitertes Kartensortiment freuen. Zusätzlich gibt es mit der „Commander’s Challenge“ einen neuen Spielmodus. Im Dienst von FutureTech soll der Spieler in verschiedenen Missionen gegnerische Oberbefehlshaber ausschalten und so bestimmte Technologien erbeuten. Für den Spieler heißt das konkret, dass er mit jeder gewonnen Mission seinem Arsenal eine weitere Einheit hinzufügt. Im Endeffekt spielt sich dieser Modus wie eine Mischung aus Kampagne und Gefecht. Es sind nur bestimmte Einheiten verfügbar und der Gegner hat oftmals eine komplett aufgebaute Basis. Dafür kann man wählen mit welcher Fraktion man antreten möchte. Wirklich motivierend ist dieser Modus jedoch nicht, da man alle Einheiten sofort im Gefecht bauen kann ohne diese erst freischalten zu müssen. Außerdem werden Kenner von Alarmstufe Rot 3 einige bereits bekannte Schwachpunkte in Uprising erneut antreffen. Gerade bei der Wegfindung von Schiffen und amphibischen Einheiten kommt es zu langen Umwegen. Im schlimmsten Fall bewegen sich die Einheiten gar nicht, was gelegentlich zu Frust beim Spielen führt.

Das kommt mir irgendwie bekannt vor

Die neuen Einheiten dürften vor allem bei Command & Conquer Veteranen hier und dort Erinnerungen wecken – insgesamt leider zu viele. Die Einheiten erinnern vor allem optisch und teilweise auch funktionell viel zu stark an Einheiten anderer Command & Conquer-Titel. Das Harbinger Gunship erinnert fatal an das Gunship aus der C&C Generäle Erweiterung „Die Stunde Null“. Der Cryo-Legionär erinnert hingegen an den Chrono-Legionär aus Alarmstufe Rot 2 und der Grinder der Russern erinnert an die Teufelszunge aus Tiberian Sun. Ein bisschen zu viel Vertrautheit. Wesentlich schlimmer ist hingegen das viele der neuen Einheiten die Spielbalance ruinieren oder viele alte Einheiten überflüssig machen. Man stelle sich eine durchaus bezahlbare Artillerie vor, die amphibisch, schnell und sogar gut für die Bekämpfung von Infanterie im Nahkampf ist. Klingt fies? Ist es auch! Natürlich hat auch jede der neuen Einheiten eine Schwäche aber oftmals gibt es eben wirklich nur genau einen Schwachpunkt, sodass die Anzahl der Kontereinheiten zu gering ausfällt. Natürlich ist es trotzdem spaßig mit einer Giga-Festung der Japaner mal eben eine gegnerische Basis einzuäschern. Langfristig dürfte man sich über die zu stark geraten Einheiten aber eher ärgern.

Grafik & Sound

An der Grafik hat sich im Vergleich zu Alarmstufe Rot 3 nichts verändert. Die neuen Einheiten verfügen über sehr ansehnliche Effekte, die jedoch bei massenhaftem Gebrauch die Performance in den Keller drücken. Die Grafik ist nach wie vor kunterbunt und passend zur Atmosphäre des Spiels. Trotzdem sieht man der Engine deutlich an das sie in die Jahre gekommen ist. Der Sound hätte hingegen bei einigen der neuen Einheiten ruhig kerniger und brachialer sein dürfen. Auch die neuen Soundtracks, bei denen es sich teilweise nur um Remixes von bereits aus Alarmstufe Rot 3 bekannten Soundtracks handelt, sind gut aber bei weitem nicht überragend.


Fazit: Zu viele Anfängerfehler

Man muss es klar sagen: Der Aufstand hat Alarmstufe Rot 3 in jedem Punkt unterboten. Die Fehler innerhalb der Kampagne lassen eigentlich auf ein unerfahrenes Programmierteam schließen, welches sein Produkt vorab keinem Tester zugänglich gemacht hat. Die wenigen Stärken von Alarmstufe Rot 3: Der Aufstand werden unter einem Berg von vermeidbaren Fehlern begraben. Ob es nun an einer grundsätzlich falschen Konzeption oder zu kurzer Entwicklungszeit oder gar beiden Faktoren liegt kann vermutlich nur Entwickler Electronic Arts Los Angeles selbst beantworten. Wer sich bei Alarmstufe Rot 3 immer noch im Einzelspieler vergnügt kann durchaus einen Blick auf Der Aufstand riskieren, sollte aber dennoch nicht zu viel erwarten. Wer hingegen an Alarmstufe Rot 3 keinen Gefallen fand sollte um Uprising eher einen Bogen machen, auch wenn 20€ für den Umfang durchaus angemessen sind. In der Gesamtbewertung geben wir dennoch drei von fünf Punkten, im Gegensatz zu Alarmstufe Rot 3 jedoch mit der Tendenz nach unten. Wirklich empfehlen kann man dieses Spiel nur den Hardcore-Einzelspielern von Alarmstufe Rot 3.


Bewertung

Singleplayer: 3 / 5
Multiplayer: nicht vorhanden
Grafik: 4 / 5
Sound: 4 / 5
Atmosphäre: 3 / 5
Story: 2 / 5
Gesamtbewertung: 3 / 5


Dieser Artikel wurde erstmalig 2009/2010 auf dem inzwischen eingestellten Projekt Gamer-Oase.de veröffentlicht.

Autor: RedBasti



Spieletest zu Alarmstufe Rot 3: Der Aufstand

von RedBasti
Bewertung: 3 von 5 Sterne
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Artikelreview zum Spiel Command & Conquer: Alarmstufe Rot 3 - Der Aufstand aus dem Genre Strategie / Echtzeit-Strategie (Videospiele) von Entwickler EA Los Angeles und herausgegeben von Electronic Arts
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