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Empire: Total War


Review bzw. Spieletest der Echtzeitstrategie- und Rundenstrategie-Simulation Empire: Total War von Creative Assembly.


Willkommen im 18. Jahrhundert! Nach Ausflügen in das frühe Japan, das antike Rom und das mittelalterliche Europa führt uns die Total-War-Reihe in ihrem fünften Titel in die Zeit der Kolonisation, der Revolutionen und der großen Kriege zwischen den europäischen Großmächten. Erneut übernimmt der Spieler die Kontrolle über einen ganzen Staat und kümmert sich um die Aushebung von Truppen, den Bau von Gebäuden, die Erhebung von Steuern und natürlich um das militärische Geschick der eigenen Nation auf dem Schlachtfeld. Das aus den Vorgängern bereits bekannte Spielprinzip wird in Empire: Total War einigen Punkten neu justiert und erweitert. Aber bringt der Schritt in das 18. Jahrhundert auch spielerischen Fortschritt mit sich? Dieser Frage gehen wir in diesem Review nach.


Empire ist groß!

Die Titel der Total-War-Reihe waren schon immer sehr umfangreich und boten praktisch zwei Spiele in einer Verpackung: die rundenbasierte Strategiekarte als globales Strategiespiel und die Schlachten als klassisches Echtzeitstrategiespiel. Empire erweitert diese Formel in mehrfacher Hinsicht. Die Strategiekarte ist wesentlich größer geworden, da diese nun Europa, Amerika, Indien und verschiedene Küstengebiete enthält. Außerdem sind auch Handel und Diplomatie umfangreicher geworden. Zusätzlich hat der Entwickler Creative Assembly den wohl größten Wunsch der Total War Fans erfüllt: direkt steuerbare Seeschlachten. Wo einem bisher nur das Ergebnis einer Seeschlacht vom Computer mitgeteilt wurde kann der Spieler nun das Kommando über eine ganze Flotte übernehmen und dem Gegner eine Salve nach der anderen in den hölzernen Rumpf jagen. Der Umfang von Empire ist beeindruckend und in dieser Form einzigartig.

Erneut ist die Kampagne das Herzstück des Spiels, da hier alle Aspekte und Features des Spiels in einen großen Zusammenhang gebracht werden. Der Spieler steuert eine von elf spielbaren Fraktionen (z.B. Großbritannien, Frankreich, Spanien, Schweden, Preußen, Marathas) von 1700 bis 1799 in der langen Kampagne bzw. bis 1750 in der kurzen Form der Kampagne. Die Kampagne fordert vom Spieler je nach gewählter Einstellung und Fraktion die Eroberung einer bestimmten Anzahl von Regionen und die Kontrolle über einige bestimmte Territorien. Alternativ kann auch ein Prestigesieg errungen werden, für den es nötig ist in einer Kombination aus militärischer Stärke, Technologie und Wirtschaft die größte Punktzahl zu erreichen.

Der Weg in die spielerische Unabhängigkeit – Die Einführungskampagne

Empire ist ein sehr komplexes und umfangreiches Spiel und neigt als solches tendenziell dazu Anfänger eher abzuschrecken. Aus diesem Grund verfügt Empire über eine Einführungskampagne, die auch Spieler mit wenig oder keiner Erfahrung im Strategie-Genre Schritt für Schritt mit den Funktionen des Spiels vertraut machen soll. Den historischen Hintergrund für die Einführungskampagne bilden die Besiedelung Nordamerikas und der anschließende Kampf der 13 britischen Kolonien um ihre Unabhängigkeit vom Mutterland. Nach Abschluss der vier Kapitel der Einführungskampagne hat der Spieler eine neue Großmacht geformt und genügend Wissen erworben um sich ohne weitere Scheu mit einer großen Kampagne zu beschäftigen. Doch auch außerhalb der Einführungskampagne erklären Berater schriftlich und akustisch weitere Ereignisse und geben dem Spieler Tipps zur Überwindung kritischer Situationen. Die Einführungskampagne kann von Total War Veteranen eigentlich übersprungen werden, obwohl sie durch einige Videos und die Darstellung des Unabhängigkeitskampfes im Allgemeinen durchaus einladend ist. Die Einführungskampagne ist nicht immer historisch korrekt, was jedoch wenig stört, da die Einführungskampagne insgesamt sehr liebevoll gestaltet ist. Leider zieht sie sich an einigen Stellen zu stark in die Länge. Auch die See- und Landschlachten werden jeweils in einem eigenen Tutorial erklärt. Die Entwickler haben einiges unternommen um Empire möglichst einsteigerfreundlich zu gestalten. Trotzdem dürften Neulinge einige Stunden brauchen um sich mit dem Spiel vertraut zu machen, denn auf den ungeübten Spieler prasseln in Empire viele Informationen ein.

Ein typischer Tag in Preußen

Wir schreiben das Jahr 1726. Als preußischer König habe ich es endlich geschafft von Hannover bis nach Kurland eine stabile Herrschaft zu etablieren. Diese Expansion bringt zwangsläufig neue Probleme mit sich. Österreich und Polen sind meinem Königreich gegenüber feindlich eingestellt und rüsten schon zum nächsten Krieg. Ein Präventivkrieg gegen das eigentlich eher schwache Polen dürfte sich schwierig gestalten, denn Polen ist inzwischen mit dem mächtigen Russland verbündet. Und dann ist da noch die klamme Staatskasse. Als König hat man es eben nicht leicht. Ich entscheide mich dafür das wenige verbliebene Geld in eine Handelsflotte zu investieren und diese vor der Elfenbeinküste ankern zu lassen um eine lukrative Handelsroute zu eröffnen. Gleichzeitig gehe ich ein militärisches Bündnis mit den starken Schweden ein. Diese Konstellation kommt mir höchst gelegen, da sich so Russland und Schweden, die gerade einen erbitterten Krieg gegeneinander führen, gegenseitig schwächen. Langfristig ist mir die schwedische Flotte jedoch ein Dorn im Auge, weil diese meine Handelsrouten zur Ostsee von einem Tag auf den anderen blockieren könnte und so selbst die Früchte meiner Handelsrouten erntet. Und dann sind da noch England und Frankreich, die ebenfalls eine Abneigung gegen mein schönes Preußen haben und meine Handelsrouten mit ihren großen Linienschiffen bedrohen. Immerhin schaffte ich es durch gemeinsame Kriege die Beziehungen zu den Franzosen zu verbessern, die mit mir vielleicht schon bald ein Bündnis eingehen, auch wenn sie nach wie vor Vorbehalte gegen meinen protestantischen Glauben haben. Allerdings sind vorher noch etliche Angelegenheiten im Inland zu klären. Steuererhöhungen könnte die Staatskasse gut gebrauchen aber sie gefährden die Stabilität der gerade erst eroberten Gebiete.

Wie man sieht kann man sich bei Empire über wirklich viele Dinge den Kopf zerbrechen. Das verleiht dem Spiel zum einen eine ordentliche Portion Tiefgang, sorgt aber gleichzeitig auch dafür das Empire zu einem Zeitfresser erster Güte mutiert. Die Strategiekarte hat gegenüber dem Vorgänger Medieval II einige Änderungen erfahren. So bestehen Regionen nun aus einer Hauptstadt und Dörfern, die sich je nach Steuersatz und verfügbaren Nahrungsquellen im Verlauf der Kampagne zu Städten entwickeln. In den Städten kann dann jeweils auch ein Gebäude errichtet werden. Theater sorgen für Begeisterung bei der Bevölkerung, während Webereien die Wirtschaftskraft der gesamten Region ankurbeln. In der Hauptstadt der Region stehen oftmals mehrere Bauplätze zur Verfügung, so dass dort auch Gebäude errichtet werden können, die der Ausbildung eines fortschrittlichen Militärs dienen. Nettes Detail: hier und dort tauchen historische Gebäude und Wahrzeichen auf. So kann der Spieler zum Beispiel in Berlin das Brandenburger Tor errichten lassen. Die Steuern werden nun getrennt für Ober- und Unterschicht für einen gesamten Kontinent festgelegt. Wenn die Situation es erfordert können auch einige Regionen von der Steuer befreit werden. Hohe Steuern spülen natürlich reichlich Geld in die Staatskasse, hemmen aber gleichzeitig das Wachstum von Dörfern und sorgen für Unruhe unter der Bevölkerung. Wie so oft muss man bei Empire Kompromisse eingehen um keine zu extremen Reaktionen hervorzurufen. Große Aufstände und Kriege mit mehreren Großmächten auf einmal sollte man tunlichst vermeiden. Ein zentraler Bestandteil der Reichsverwaltung ist natürlich die Diplomatie. Das Diplomatiemenü zeigt dem Spieler detailliert an, wie sich die Nationen untereinander verstehen und listet nachvollziehbar auf, welche Faktoren zu dem aktuellen Verhältnis geführt haben. Die möglichen Abkommen mit den anderen Nationen umfassen viele Optionen, wie z.B. regelmäßige Zahlungen, Tausch von Technologien und Gebieten und natürlich auch Handelsverträge und militärische Bündnisse.

Mit der Eroberung der ersten Kolonien in Übersee muss der Spieler beginnen global zu denken. Denn die Besiedelung ferner Länder bedeutet auch, dass es zu heftigen Auseinandersetzungen mit Einheimischen kommen kann. Außerdem müssen die eroberten Gebiete befriedet werden, denn eine starke Militärpräsenz würde auf Dauer die Einnahmen aus dem Handel auffressen. Damit die Etablierung von Kolonien wirklich lohnenswert ist müssen die Seewege gesichert werden und Abnehmer der Kolonialwaren in Europa gefunden werden. Doch auch die Forschung darf nie vernachlässigt werden, weil ansonsten ökonomische und vor allem militärische Nachteile drohen. Allerdings führt der gesellschaftliche Fortschritt auch zu dem immer stärker werdenden Wunsch nach Reformen, was in einer Monarchie gewisse Probleme mit sich bringt. Überhaupt muss man auf einige Faktoren, wie zum Beispiel Religion und Loyalität zu vorhergehenden Herrschern, achten um Aufstände und Rebellionen zu vermeiden. Auch die zur Verfügung stehenden Agenten sollten wohlüberlegt eingesetzt werden. So verbreiten Missionare die eigene Religion, während Edelmänner die Forschung beschleunigen, Technologien stehlen oder sich mit anderen Edelmännern duellieren. Natürlich gibt es auch wieder Attentäter, die Spionageakte durchführen, Gebäude in Brand setzen und natürlich versuchen lästige Gegner zu ermorden. Die Anzahl der Agenten wird nun durch die gebauten Gebäude automatisch geregelt. Wer viele Universitäten baut hat auch viele Edelmänner zur Verfügung. Und fast hätte man es vergessen: natürlich muss der Spieler Armeen und Flotten ausbilden und kann diese in den Schlachten selbst befehligen. Das Ineinandergreifen all dieser Aspekte der Reichsverwaltung funktioniert in Empire grandios und macht die Strategiekarte alleine schon zu einem wirklich umfangreichen und zeitraubenden Spiel.

Musketen und Kanonen – die Landschlachten

Wie bei einem Total War Spiel üblich werden nicht einzelne Soldaten sondern ganze Regimenter befehligt. Insgesamt können 20 Regimenter auf einmal gesteuert werden, was je nach Spieleinstellungen und Waffengattung ausreicht um 1500 bis 2000 Soldaten in Echtzeit zu steuern. Entscheidend für den Ausgang einer Schlacht ist vor allem die Positionierung der Truppen. So sind Kavallerieangriffe in den Rücken des Gegners immer verheerend, rennt die Kavallerie jedoch Frontal in einen Wall von Bajonetten oder vorher aufgestellte Holzpfähle des Verteidigers, sterben die Reiter einen schnellen Tod. Grenadiere sind auf Grund der kleinen Größe eines Regiments weniger für längere Scharmützel geeignet. Dafür können sie durch einen Angriff mit ihren Granaten eine Schlacht wenden, denn wenn sie nah genug an den Gegner herankommen und ihre Granaten werfen, ist ein Massensterben in den gegnerischen Reihen garantiert – oft gefolgt von einer Flucht der verbleibenden gegnerischen Soldaten. Die Schlachten sind strategisch anspruchsvoll und obwohl es nur wenige Truppentypen gibt, ist die Anzahl an Einsatzmöglichkeiten sehr hoch. So können zum Beispiel Kanonen die üblichen Bleikugeln verschießen um Festungsmauern oder vom Gegner besetzte Gebäude zu zertrümmern. Sie können jedoch auch auf kurze Distanz viele kleine Geschosse auf einmal verschießen und so ganze Regimenter auslöschen. Obzwar man praktisch vom Beginn bis zum Ende einer Kampagne oftmals mit der Linieninfanterie kämpft, verändert sich diese durch die Forschung während der Kampagne. So erhalten die Jungs Bajonette, die gleichzeitig das Abfeuern der Muskete erlauben und bekommen in der Ausbildung beigebracht, wie man innerhalb einer Linie versetzt feuert. Als Oberbefehlshaber sollte man außerdem auf die Unversehrtheit des eigenen Generals achten, da im Falle seines Todes die Moral der Soldaten sinkt und Panik die Folge sein kann.

Auf der positiven Seite bieten die Landschlachten sehr viel Tiefgang, denn der Spieler muss viele Faktoren beachten um seine Armee zum Sieg zu führen. Negativ sind hingegen Probleme bei der Wegfindung, die leider noch recht häufig auftreten und den Spielspaß schmälern. Gerade bei Engpässen in Siedlungen und Festungen treten besonders häufig Probleme auf, die natürlich auch Einfluss auf den Ausgang der Schlacht haben. Zusätzlich haben vor allem Kavallerieregimenter Probleme ihre Formation zu erhalten, so dass eine effektive Steuerung des betreffenden Regiments kaum möglich ist. Die KI (Künstliche Intelligenz) leistet sich ebenfalls einige Fehler. Oftmals unterlaufen der KI in kleinen Gefechten dicke Patzer bei der Positionierung der Truppen, weil diese praktisch immer hinter einer Mauer in Deckung gehen, auch wenn diese nicht entgegen der Schlachtlinie des Feindes steht. So nehmen die Truppen zwar wenig Schaden, wehren sich jedoch überhaupt nicht und werden so nach einigen Minuten schlussendlich zusammengeschossen. Erstaunlicherweise läuft die KI gerade bei großen Schlachten zur Hochform auf und versucht die Artillerie des Gegners frühzeitig auszuschalten, sowie das Gelände für eigene Zwecke zu nutzen. Die KI findet Schwachstellen in der Verteidigung des Spielers und versucht diese auszunutzen. Insgesamt überwiegen die positiven Aspekte, allerdings wäre es wünschenswert gewesen wenn der Entwickler Creative Assembly mehr Schwächen beseitigt hätte.

Segel setzen! – Seeschlachten

Wer denkt, dass es im 18. Jahrhundert nur darum ging mit möglichst großen Schiffen anderen Schiffen eine direkte Breitseite zu verpassen, irrt prinzipiell nicht. Allerdings muss ein Schiff erst einmal so positioniert werden, dass eine Breitseite möglich wird und genau das ist bei Segelschiffen nicht immer einfach. Wer sich bei Seeschlachten den Wind zu Nutze machen kann gibt das Tempo der Schlacht vor und hat einen oftmals entscheidenden Vorteil gegenüber dem Gegner. Jedoch muss ein fähiger Admiral auch die zur Situation passende Munition wählen. So können durch Kettengeschosse Masten gekappt und durch Schrapnellgeschosse gegnerische Mannschaften dezimiert werden. Natürlich kann man auch mit Bleikugeln den Rumpf löchrig schießen bis das Schiff sinkt. Durch den klugen Einsatz der zur Verfügung stehenden Mittel lassen sich auch Pötte kapern, die den eigenen Schiffen eigentlich überlegen sind. So kann man einem großen Linienschiff die Takelage zerschießen um es nahezu bewegungsunfähig zu machen. Anschließend bearbeitet man mit den eigenen Schiffen das empfindliche Heck des Gegners und richtet genügend Schaden an um das Entern des Schiffs zu ermöglichen. Neben den für diese Zeit typischen Linienschiffen gibt es auch noch Schaufelraddampfer, Karronaden-Fregatten und Raketenschiffe, wobei der Einsatz der zuletzt genannten Schiffsklasse einem Glücksspiel gleicht. Die Seeschlachten sind fordernd und weisen praktisch keine nennenswerten Schwächen auf und sind daher eine perfekte Ergänzung zu den anderen Elementen von Empire.

Der Multiplayer-Modus

Über das Internet und das lokale Netzwerk können bis zu acht Spieler gleichzeitig ihre Armeen oder Flotten in die Schlacht führen. Die Kampagne bleibt in jeder Form dem Einzelspieler-Modus vorbehalten. Wer ein Spiel eröffnet kann zunächst zwischen Seeschlacht, Landschlacht, Belagerung und drei Szenarien wählen. Anschließend werden die Karte und Einstellungen wie Einheitengröße, Wetterbedingungen und Technologielevel festgelegt. Vor der Schlacht kann sich jeder Spieler seine Armee zusammenstellen, wofür jeder über die gleiche Menge an Geld verfügt. Kampfstarke oder besonders erfahrene Einheiten kosten mehr Geld als Milizionäre, so dass man sich zum Beispiel eine kleine Elitearmee oder ein riesiges Milizheer zusammenstellen kann. Die Einheitenauswahl kann praktischerweise gespeichert und geladen werden. Wer möchte kann sich auch vom Computer eine ausgewogene Armee aufstellen lassen. Die Schlachten erfordern wie auch im Einzelspieler taktisches Geschick und sind stets spannend, da sich oftmals gleich starke Streitkräfte gegenüberstehen. Lobenswert sind die vielen Funktionen, die Empire bietet, obwohl es sich im Kern um ein Spiel für Einzelspieler handelt. Eine übersichtliche Liste aller Spiele, eine Automatch-Funktionen, eine Replay-Funktion, die Steam-Freundesliste und weitere kleine Features sorgen für den notwendigen Komfort. Bei wirklich großen Schlachten wird der Hardwarehunger von Empire jedoch problematisch, so dass es bei vielen Systemen notwendig wird die Details zu reduzieren um weiterhin flüssig spielen zu können. Empire ist ohne Zweifel auch im Multiplayer sehr spaßig und gut spielbar aber es fehlt die Einbindung der einzelnen Schlacht in einen größeren Feldzug, wie es in der Kampagne der Fall ist.

Startschwierigkeiten und Versäumnisse

Empire präsentierte sich unmittelbar nach dem Release in einem eher schlechten Zustand. So führte zum Beispiel das Auswählen größerer Armeen und Flotten reproduzierbar zum Absturz. Doch es gibt auch andere Ursachen für Abstürze oder die Anlegung korrupter Spielstände. Gerade bei einem solchen Spiel, bei dem eine Kampagne viele Tage dauern kann, sind diese Probleme natürlich besonders ärgerlich. Immerhin wurden die gröbsten Probleme schnell durch einen Patch und einen anschließenden Hotfix eine Woche nach Veröffentlichung von Empire behoben. Absolut unverständlich ist jedoch warum Empire auf die Unterstützung von Mehrkern-Prozessoren verzichtet. Nachladeruckler von mehreren Sekunden sind auf der Strategiekarte keine Seltenheit, da die Leistung eines Doppelkern-Prozessors nur zur Hälfte genutzt wird. Es kann einen schlicht zur Weißglut treiben, wenn das Spiel mehrere Sekunden stockt aber der Prozessor nur mit maximal 50% belastet wird. Übrigens liegt die Auslastung fast immer bei 50%, weil Empire zwar nur einen Kern nutzt aber von diesem natürlich das volle Potential nutzen muss. Diese Rechnung bringt daher für Einkern- und Vierkernsysteme andere Zahlen hervor. Die Entwickler wollen im Sommer die Unterstützung mehrerer Kerne implementieren. Bei der Verbreitung von Doppelkernsystemen und dem Hardwarehunger von Empire hätte dieses Feature unbedingt in der ersten veröffentlichten Version enthalten sein müssen.

Grafik und Sound

Empire ist ein grafisches Schwergewicht und verwöhnt den Spieler mit zahlreichen Details. Die Strategiekarte ist sehr authentisch und weist viele Details auf, wie zum Beispiel den Wechsel der Jahreszeiten oder das Schaukeln der Bäume im Wind. Richtig wuchtig wird die Grafik während der Schlachten. Trotz der Tatsache, dass mehrere tausend Soldaten auf dem Schlachtfeld stehen, erkennt man beim Zoomen sehr viele entzückende Details, die zum Beobachten der Schlacht einladen. Die authentischen Uniformen, die guten Animationen, die satte Vegetation, die Rauchschwaden und andere Details lassen die Gefechte zu einem optischen Genuss werden. Wirklich spektakulär wird die Grafik bei den Seeschlachten. Neben einem sehr realistischen Wellengang erwarten den Spieler unglaublich detaillierte Schiffe, auf denen er den einzelnen Matrosen bei der Arbeit zusehen kann. Dabei sind die Breitseiten ebenso spektakulär wie der langsame Untergang eines Schiffes. Panisch verlassen die Matrosen das sinkende Schiff und stürzen sich in die See, während das Schiff Stück für Stück in den Fluten versinkt. Eigentlich muss sich der Spieler um vieles gleichzeitig kümmern, so dass das Heranzoomen eigentlich nicht das Gebot der Stunde ist. Und dennoch werden sich viele Spieler dabei ertappen ihren Soldaten und Matrosen immer wieder über die Schulter schauen zu wollen. Der Preis dieser Pracht sind die recht hohen, im Resultat aber angemessenen, Hardwareanforderungen und die langen Ladezeiten. Im Zweifelsfall sollte man die Demo über die Online-Plattform Steam herunterladen und ausprobieren, wie das eigene System mit Empire zurechtkommt.

Passend zur hübschen Grafik ist auch der Sound recht wuchtig. Kanonen krachen extrem realistisch, während regelmäßig die dumpferen Musketenschüsse über das Schlachtfeld hallen. Die Soundeffekte sind prinzipiell sehr gut. Leider ist jedoch die Lautstärke dieser Effekte etwas willkürlich. So übertönt das Trampeln der Pferde alles in der Umgebung und wenige Meter weiter ist es nicht mehr hörbar. Für eine unheimlich dichte Atmosphäre sorgt die Musik im Spiel, die sich nahtlos in das Szenario einfügt. Allerdings ist die Anzahl der Tracks etwas gering, weshalb schon nach kurzer Zeit die Musik auswendig mitgesummt werden kann. Dafür ist die Musik dynamisch, sie passt sich also dem aktuellen Tempo der Schlacht an. So lange keine Schüsse fallen ist die musikalische Untermalung eher dezent um dann passend zum Schlachtbeginn deutlich markanter zu werden.


Fazit – trotz Fehlern ein Meisterwerk

Empire ist extrem umfangreich, bietet enormen Tiefgang und verwöhnt den Spieler mit einer dichten Atmosphäre. Die Verbindung von Land- und Seeschlachten und der rundenbasierten Strategiekarte geben Empire einen epischen Rahmen, der aktuell in diesem Genre seines Gleichen sucht. Wer bereits vorher Interesse an der Total War Reihe hatte, der wird mit Empire sehr viele Stunden Spielspaß haben. Auch Liebhaber der Globalstrategie sollten sich diesen Titel sehr genau ansehen. Wer gerne viele Stunden damit verbringt virtuelle Imperien aufzubauen kann dieses Spiel als Pflichtkauf betrachten. Es soll jedoch nicht verschwiegen werden, dass Empire bezüglich einiger Punkte erhebliche Defizite aufweist. Die gelegentlich versagende Wegfindung und die KI können einige Schlachten komplett ruinieren. Aus technischer Sicht stört vor allem die Absturzfreudigkeit der ersten Wochen und die erst für den Sommer angekündigte Unterstützung von Mehrkern-Prozessoren. Hoffentlich bemüht sich der Entwickler Creative Assembly weiterhin um Empire und behebt die hartnäckigsten Probleme, die leider schon öfter Total War Titel nach der Veröffentlichung plagten. Trotz der ärgerlichen Mängel handelt es sich bei Empire um ein Spiel das in seinem spielerischen Kern einwandfrei funktioniert und seine Spieler hunderte von Stunden beschäftigen kann. Für den Einzelspieler-Modus stellt dieses Spiel klar die neue Referenz bei den Strategiespielen dar.

Bewertungen

Singleplayer: 5 / 5
Multiplayer: 3 / 5
Grafik: 5 / 5
Sound: 4 / 5
Atmosphäre: 5 / 5
Story: nicht vorhanden
Gesamtbewertung: 5 / 5


Kommentar von RedBasti:
Ist Empire die neue Genrereferenz? Kurze Antwort: Ja. Lange Antwort: Empire besitzt verschiedene Elemente, die in einer solchen Mischung noch nicht besser umgesetzt wurden. Irgendwie hat man beim Spielen von Empire tatsächlich den Eindruck fortwährend Geschichte zu schreiben. Bombastische Seeschlachten, riesige Landgefechte und zahlreiche Optionen um das eigene Imperium zu stärken fesseln einen etliche Stunden am Stück an den Monitor. Trotz der Schwächen: Empire macht einfach verdammt viel Spaß und auch wenn man sich vielleicht einmal ärgert startet man Empire schon sehr bald erneut.



Dieser Artikel wurde erstmalig 2009/2010 auf dem inzwischen eingestellten Projekt Gamer-Oase.de veröffentlicht.

Autor: RedBasti



Spieletest zu Empire: Total War

von RedBasti
Bewertung: 5 von 5 Sterne
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Artikelreview zum Spiel Empire: Total War aus dem Genre Strategie / Echtzeit-Strategie (Videospiele) von Entwickler -kein Unternehmen- und herausgegeben von SEGA
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