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Medieval II: Total War


Review bzw. Test des Echtzeitstrategie- und Rundenstrategiespiels Medieval II: Total war für den PC.


War das Mittelalter nicht eine romantische und äußerst fromme Zeit? Strahlende Ritter retteten begehrte Prinzessinnen vor jeder erdenklichen Gefahr und die Kirche verkündete das reine Wort Gottes und sorgte sich um das Seelenwohl eines jeden Christen. Wer ein solches Bild vom Mittelalter hat sollte sich dringend einen Sammelband zum Mittelalter aus dem geschichtswissenschaftlichen Bereich besorgen - oder sich auf eine Runde Medieval II einlassen. Denn wer als König den Bestand seines Reiches sichern will, sollte sich auf viele Kriege, Intrigen und machtpolitische Spielchen vorbereiten. Willkommen in einer denkbar harschen und komplexen Epoche, dem Mittelalter.


Zwei Ebenen, doppelter Spielspaß

Die Total War-Reihe hat sich bisher durch ein sehr markantes Merkmal ausgezeichnet, welches auch in Medieval II wieder im Vordergrund steht: Die Verbindung von Echtzeit-Schlachten mit einer rundenbasierten Strategiekarte. Auf der Strategiekarte werden Runde für Runde Städte und Burgen ausgebaut, während Truppen, Schiffe und Agenten ausgebildet und bewegt werden. Zusätzlich müssen noch andere Staatsangelegenheiten, wie zum Beispiel die Steuereinnahmen oder die Heiratspolitik innerhalb der königlichen Familie, verwaltet werden. Wenn nun auf der Strategiekarte die Armeen verfeindeter Reiche aufeinander treffen kommt es zur Schlacht, die direkt in Echtzeit auf einem großen Schlachtfeld ausgetragen werden kann. Die Verbindung dieser beiden Ebenen ist sehr stark, da jeder Truppenverband, der auf der Strategiekarte erschien, ohne Abweichungen direkt auf dem Schlachtfeld erscheint. Auch das Terrain des Schlachtfelds richtet sich nach den Vorgaben der Strategiekarte. Wenn beide Armeen in einem Wald aufeinander treffen, so gibt es auch auf dem Schlachtfeld entsprechend viele Bäume. Ebenso werden auch Flüsse, Berge und entsprechende Vegetationen von nordeuropäischen Nadelwäldern bis zur trockenen Wüste dargestellt. Auch Städte und Burgen werden komplett dargestellt und enthalten alle tatsächlich gebauten Gebäude. Die Verbindung von Rundenstrategie mit Echzeitschlachten verleiht dem Spiel im Singleplayer eine ungewöhnliche Tiefe und Komplexität und erlaubt es dem Spieler in die mittelalterliche Welt einzutauchen.

Rundenstrategie mit vielen Facetten

Die Strategiekarte ist das Herzstück der mittelalterlichen Verwaltung. Der Spieler hat hier einen schnellen Zugriff auf alle Städte, Armeen und Agenten. Selbst große Königreiche lassen sich dank der aufgeräumten Übersichten einfach administrieren. Die Siedlungen auf der Karte sind in die zwei Typen Burgen und Städte unterteilt. Städte generieren in der Regel größere Geldbeträge und profitieren von gut ausgebauten Handelswegen. Durch die große Anzahl an Stadtbewohnern lassen sich auch Milizen schnell ausheben. Städte sind jedoch schwerer zu kontrollieren als Burgen und immer wieder Ausgangspunkt von Unruhen oder sogar Erhebungen. Burgen werfen nur wenig Gewinn ab, erlauben jedoch die Ausbildung hochwertiger Truppen und sind praktisch vor Unruhen sicher. Natürlich sind gut ausgebaute Burgen auch besser vor Angriffen geschützt und verfügen über mehrere Mauerringe und starke Abwehrtürme. Der Bau von weiteren Gebäuden ist essentiell für den langfristigen Erfolg. So stärkt der Ausbau von Marktgebäuden und Häfen den Handel, während Bogenschießanlagen, Kasernen, Kanonengießereien und Akademien für die Ausbildung schlagkräftiger Soldaten sorgen. Die Gebäudeauswahl ist sehr groß und man sollte seine Städte und Burgen früh spezialisieren, da es sehr teuer und zeitaufwendig ist alle verfügbaren Gebäude zu errichten. Die Einnahmen der Städte und Burgen werden dringend benötigt, denn Neben den Kosten für die Ausbildung neuer Einheiten und den Bau neuer Gebäude müssen auch die laufenden Kosten für bereits bestehende Truppen gedeckt werden. Zusätzlich müssen für die Ausbildung der Truppen auch genügend Menschen in den Burgen und Städten leben. Man sollte sich daher gründlich überlegen, welche Truppen man langfristig ausbilden und unterhalten möchte. Bei Ressourcenknappheit können jedoch Einheiten direkt in einer Siedlung aufgelöst werden um die laufenden Kosten zu senken und die entlassenen Soldaten der dortigen Bevölkerung hinzuzufügen.

Die Truppen auf der Strategiekarte bestehen aus bis zu 20 einzelnen Einheiten, wobei je nach Truppentyp und Spieleinstellungen jede Einheit bis zu 150 Mann umfasst. Die Armeen können beliebig aus einzelnen Einheiten zusammengestellt werden, wobei auch eine einzelne Einheit auf der Karte gesteuert werden kann. Die Anzahl der Bewegungspunkte einer Armee hängt von den darin eingesetzten Truppentypen, der Jahreszeit und den bereits vorher von einzelnen Einheiten verbrauchten Bewegungspunkten ab. Eine Aufsplittung der Armeen ist jeder Zeit möglich, so dass zum Beispiel nach der Bewegung einer Armee noch immer die Kavallerie herausgelöst werden kann um einige Geländequadrate weiter bewegt zu werden. Wenn zwei Armeen aufeinander treffen kommt es zur Schlacht, falls keiner der Kontrahenten den Rückzug befiehlt. Die Option des Rückzugs verfällt jedoch, wenn die Bewegungspunkte der Armee verbraucht oder alle Wege versperrt sind, was oft in bergigen Gegenden eintritt oder wenn eine Armee das Meer im Rücken hat. Besonders viel Spaß macht es seine Armeen in einem Wald zu verstecken, da diese so für den Gegner unsichtbar sind und er bei Kontakt nicht den Rückzug antreten kann. Ansonsten werden die Armeen natürlich zur Eroberung, Belagerung und Verteidigung genutzt. In Siedlungen mit Seezugang können Kriegsschiffe gebaut werden, die den Transport der Armeen über das Meer ermöglichen und gegnerische Häfen blockieren können, so dass die Handelseinnahmen der dazugehörigen Stadt sinken.

Zusätzlich hat der Spieler die Möglichkeit in seinen Städten und Burgen verschiedene Agenten auszubilden. So kann ein Spion für den Spieler unerkannt hinter den feindlichen Linien gegnerische Truppenbewegungen sehen oder auch in Städte eingeschleust werden. Besonders praktisch: Im Falle eines Angriffs kann ein eingeschleuster Spion das Stadttor öffnen. Ebenfalls nützlich sind die Attentäter, die praktisch jede Figur auf der Strategiekarte angreifen und mit ein bisschen Glück auch töten können. Ein gegnerischer Diplomat könnte die eigene Armee bestechen? Lieber einen Attentäter auf diesen Diplomaten ansetzen. Es gibt viele lukrative Ziele: gegnerische Generäle, Priester einer anderen Religion oder auch ausländische Kaufleute, welche die eigenen Händler aus dem Geschäft drängen. Selbst ein König oder der Papst können einem geübten Attentäter zum Opfer fallen. Die Vielzahl der Agenten und deren Fähigkeiten eröffnen dem Spieler viele Möglichkeiten dem Gegner fern ab eines Schlachtfeldes erheblichen Schaden zuzufügen: Kaufleute besetzen begehrte Ressourcen im Ausland und erzeugen einen kontinuierlichen Geldstrom, Priester bekehren Andersgläubige zur eigenen Religion und sorgen für Unruhen und Diplomaten bestechen gegnerische Truppenverbände. Viele der Aktionen der Agenten werden durch kleine Videos dargestellt, die auf Wunsch auch übergangen werden können. Das Zuschauen lohnt sich jedoch und ist oftmals spannend, da die Videos gleich beginnen aber auf verschiedenste Art enden können. Der Attentäter schleicht sich ins Zimmer und versucht eine Schlange im Bett des ahnungslosen Opfers unterzubringen. Das Vorhaben kann gelingen, es kann jedoch auch passieren, dass die Schlange plötzlich eine Maus im Zimmer jagt oder gar den Attentäter beißt. Wer gerne hinterlistig agiert ist hier richtig und wird sich an den vielfältigen Möglichkeiten erfreuen, die einen die verschiedenen Agenten bieten. Die Freude ist riesig, wenn zuerst der Attentäter den gegnerischen General tötet und anschließend die Schlacht gegen entsprechend demotivierte gegnerische Soldaten beginnt. Im Gegenzug schmerzt natürlich der Verlust wertvoller Agenten, denn es gibt nur wenige Agenten, die eines natürlichen Todes sterben.

Als der Papst noch Einfluss hatte...

Die Macht des Papstes ist in Medieval II ein nicht zu unterschätzender Faktor. Als Oberhaupt der katholischen Kirche entscheidet er über Kreuzzüge, aber auch über die Exkommunikation einer ganzen Fraktion. Als christlicher Herrscher sollte man stets um ein gutes Verhältnis zum Papst bemüht sein, da sonst dem eigenen König die Exkommunikation droht oder der Papst Inquisitoren entsendet, die auch vor Mitgliedern der königlichen Familie nicht halt machen. Noch verheerender sind die Auswirkungen der Exkommunikation: Es drohen Aufstände im eigenen Land und vor allem kann ein exkommunizierter König von allen anderen christlichen Nationen mit Billigung des Papstes angegriffen werden. Daher sollte der Spieler versuchen langfristig die Kontrolle über das Papsttum zu erlangen. Am einfachsten gelingt dies durch die Kontrolle Roms, was andere christliche Herrscher allerdings nicht ohne weiteres hinnehmen werden. Natürlich ist auch der Einsatz eines Attentäters eine Option. Es geht aber auch friedlicher: Wer viele fähige Priester unterhält wird bald einen Großteil des Kardinalskollegiums mit Landsleuten besetzen, die dann vielleicht einen Kardinal aus dem eigenen Land zum Papst wählen, der dann natürlich im Interesse des eigenen Königs handelt. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Als Herrscher einer muslimischen Nation kann einen der Papst natürlich nicht mit seinen Wünschen plagen. Im Gegenzug müssen muslimische und exkommunizierte Herrscher immer damit rechnen Ziel eines Kreuzzugs zu werden, der nur unter größten Anstrengungen abzuwehren ist. Die Einbindung des Faktors Religion erweitert das Spiel um viele weitere Optionen, die man als Spieler gerne nutzt. Eine Exkommunikation kann die gesamte diplomatische Landschaft durcheinander bringen und sorgt für Spannungsmomente innerhalb einer Kampagne. Ebenso stehen und fallen eigene Planungen oftmals durch das finale Wort aus Rom. Das Pokerspiel um die Gunst des Papstes ist immer spannend - und oft auch sehr hinterlistig.

Epische Schlachten mit Schönheitsfehlern

Die Echtzeit-Schlachten in Medieval II sind in erster Linie durch die Anzahl der dargestellten Soldaten für den Spieler interessant. Nicht selten stehen bei einer Konfrontation zweier Spieler 4000 einzelne Soldaten auf dem Feld und verleihen dem Schlachtgeschehen eine erstaunlich realistische Atmosphäre. Trotz dieser Masse an Einheiten behält man durch die Einteilung in maximal 20 Truppenteile, die durch große Fahnen deutlich gekennzeichnet sind, und eine frei bewegliche Kamera oft die Übersicht. Schwer wird es hingegen in dichten Wäldern oder Bergen, da hier die Kameraperspektive oftmals die starken Höhendifferenzen nicht überwindet und die Bäume nicht ausgeblendet werden können. Leider reagieren die Einheiten öfters sehr träge und die Wegfindung stößt spätestens bei Kämpfen um große Burgen und Städte an ihre Grenzen, so dass Einheiten trotz eindeutiger Befehle einfach stehen bleiben. Auch die KI leistet sich öfters Aussetzer und lässt sich zum Beispiel regungslos aus der Distanz niedermetzeln. Prinzipiell offenbart das Spiel während der Schlachten einige Schwachpunkte. Meistens sind die Echtzeit-Schlachten sehr spaßig und anspruchsvoll, gelegentlich schlagen jedoch einige Bugs zu und verursachen Frust beim Spieler.

Äußerst positiv ist jedoch die Anzahl der Faktoren, die über Sieg und Niederlage entscheiden und vom Spieler unbedingt berücksichtigt werden müssen. Neben den Basiswerten wie Angriff, Verteidigung und Rüstung sind auch das Gelände, das Wetter, die gewählte Formation und die Moral ausschlaggebend. So kann zum Beispiel die Reichweite von Bogenschützen und Kanonen durch die Positionierung auf Hügeln gesteigert werden. Wer seine Feinde lieber ins offene Messer laufen lässt versteckt seine Truppen in Wäldern und wartet auf den richtigen Augenblick um den Gegner in den Rücken zu fallen. Der Angreifer wählt den genauen Zeitpunkt des Angriffs und kann auf Regen oder Nebel warten und so die Genauigkeit der gegnerischen Artillerie einschränken. Am wichtigsten ist es jedoch die Moral der eigenen Truppen auf einem hohen Niveau zu halten. Daher sollte der General auf dem Schlachtfeld besonders geschützt werden, da die Moral im Falle seines Todes deutlich sinkt. Prinzipiell sind fliehende Truppenverbände immer Gift für die Moral der eigenen Soldaten. Besonders schmerzhaft ist es natürlich, wenn gegnerische Kavallerie fliehende Soldaten niedermacht. Im Gegenzug freut man sich diebisch, wenn die eigene Reiterei unter den Resten des Gegners aufräumt. Spätestens in kritischen Situationen machen sich die teuren Ritter gegenüber den eher günstigen Milizen bezahlt, da diese eine deutlich höhere Moral haben und eine kritische Schlachtlinie lange halten können. Schlussendlich kann gesagt werden: Wer taktische Tiefe sucht wird hier fündig.

Kampagnen und historische Schlachten

Die große Kampagne ist das Herzstück des Spiels und führt den Spieler von den Anfängen des Mittelalters bis zur Eroberung Amerikas. Wer sich intensiv um die Verwaltung des Reiches kümmert und Schlachten gerne selbst schlägt wird mit einer einzelnen Kampagne mehrere Wochen beschäftigt sein. Bei insgesamt 17 spielbaren Fraktionen können vermutlich nur sehr wenige Spieler behaupten die große Kampagne mit jeder Fraktion einmal durchgespielt zu haben. Dabei sind die unterschiedlichen Startbedingungen und die verschiedenen Einheiten für jede Fraktion Motivation genug die große Kampagne öfters durchzuspielen. Nach der Installation kann sich der Spieler zunächst nur zwischen England, Frankreich, Spanien und dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation wählen. Jedes besiegte Reich wird anschließend automatisch für die Kampagne freigeschaltet. Neben einer großen Kampagne gibt es auch eine kleine Kampagne, in der weniger Territorien besetzt und ganz bestimmte Gegner erobert werden müssen. Wer gerade weniger Zeit zur Verfügung hat kann sich mit der Nachbildung einer historischen Schlacht, einer vom Computer zufällig generierten oder einer selbst zusammengestellten Schlacht beschäftigen. Die historischen Schlachten sind insgesamt sehr gut und abwechslungsreich gestaltet, allerdings auch schnell durchgespielt. Dafür hat der Spieler beim Erstellen eigener Schlachten viele Freiheiten und kann eigentlich jeden erdenklichen Aspekt einstellen.

Zu Kurz geratener Multiplayer

Medieval II bietet Einzelspielern ein reichhaltiges Programm bestehend aus langfristiger strategischer Planung und spannenden Echtzeit-Schlachten. Im Multiplayer wird das Spiel auf die in Echtzeit ausgetragenen Schlachten reduziert. Prinzipiell sind die Schlachten gegen menschliche Feldherren oftmals spannender und vor allem ausgewogener als die Begegnungen mit der künstlichen Intelligenz. Auch im Multiplayer können viele Parameter der Schlacht wie Ort, Tageszeit und Besiedelung eingestellt werden, die man tunlichst in den Schlachtplan mit einbeziehen sollte. Trotzdem machen die Schlachten innerhalb der Kampagne deutlich mehr Spaß, da sich dort das Ergebnis direkt auf den weiteren Spielverlauf auswirkt. Man fiebert in der Kampagne einfach stärker mit, da der Ansporn wichtige Regionen zu verteidigen oder zu erobern im Multiplayer fehlt. Basis des Multiplayermodus sind die Server des Online-Dienstes GameSpy, die wie gewohnt solide aber nicht überragend laufen. Insgesamt können online und im lokalen Netzwerk bis zu acht Spieler gleichzeitig ihre Armeen in die Schlacht schicken. Es bleibt jedoch festzuhalten, dass die Qualitäten eines Medieval II dem grandiosen Einzelspieler-Modus entspringen und der Multiplayer eher eine nette Dreingabe bleibt.

Grafik mit Höhen und Tiefen

Die Grafik verfügt über einige Stärken aber im gleichen Maß auch über einige Schwächen. Äußerst gelungen ist die detaillierte Darstellung der Soldaten und Kriegsgeräte. Besonders hervorzuheben sind auch die Kampfanimationen, die man sich jedoch aus Gründen der Übersicht eher selten aus der Nähe ansieht. Es fehlt der Engine jedoch an zahlreichen Effekten, die das Schlachtfeld wesentlich realistischer aussehen lassen könnten. Während es an der Darstellung der Armeen selbst nichts zu bemängeln gibt ist die umgebende Landschaft eher einfallslos. So könnten die Bodentexturen mehr Variationen vertragen, während viele Gebäude aus sehr wenigen Polygonen bestehen. Trotz allem zoomt man gerade zum Ende einer Schlacht gerne an einzelne Soldaten heran und beobachtet wie diese den Gegner niedermachen. Der größte Pluspunkt der verwendeten Engine bleibt die Möglichkeit Armeen in annähernd realistischer Größe darstellen zu können und trotzdem nicht auf viele Details verzichten zu müssen. Die einzelnen Soldaten einer Einheit unterschieden sich übrigens durch zufällig ausgewählte Elemente wie Haarfarbe oder Schildbemalung, benutzen aber immer das gleiche Drahtgittermodell. Die Anforderungen des Spiels setzen sich aus gewählter Einheitengröße und den zugeschalteten Effekten zusammen und können sehr stark variieren. Für Schlachten mit 4000 Mann bei vollen Details sollte es schon ein Dualcore mit 2 GB Arbeitsspeicher und eine entsprechende Grafikkarte sein. Bei entsprechender Reduzierung der Details und der Einheitengröße ist das vom Hersteller angegebene Minimalsystem jedoch ausreichend.

Genialer Sound

Wie bei allen Total War Titeln wurde die Musik von Jeff van Dyck komponiert, der erneut fantastische Soundtracks zum Spiel beigesteuert hat. Die Musik ist nie aufdringlich und gerade im Strategiemodus angenehm dezent. Während der Schlacht wird automatisch vom Spiel eine passende Musik gewählt, so dass das bei Stillstand der Soldaten eine sehr ruhige Musik gespielt wird, während auf dem Höhepunkt der Schlacht eine schnelle und kräftige Musik eine dichte Atmosphäre erzeugt. Die Tracks sind allesamt fantastisch und werden vom Spiel immer treffend gewählt – perfekt! Ein weiteres großes Plus sind die vielen Sprachsamples für Soldaten, Agenten und Berater. Die Anzahl der Sprachsamples ist durch die komplexe Strategiekarte und die vielen Einheiten auf dem Schlachtfeld ohnehin schon sehr hoch und variationsreich, wird jedoch noch deutlich weiter erhöht, da die meisten Samples für jedes Volk individuell erstellt wurden. Viele Samples gehen jedoch über die bloße Darstellung eines Akzents weit hinaus und bleiben in der Landessprache erhalten. So antworten einem auch in der englischen Version deutsche Soldaten mit „Ja, mein Kaiser“. Die Samples sind sehr atmosphärisch und alles andere als humorfrei. Das größte Plus ist jedoch, dass es wirklich sehr viele sind und es ewig dauert bis man jeden einzelnen gehört hat. Auch die restliche Soundkulisse ist äußerst glaubwürdig und verleitet zum Aufdrehen der Boxen. Wenn Kanonen krachen und tausende Soldaten marschieren kann man sich sehr schnell in dieser genialen Soundkulisse verlieren.


Fazit: Eines Königs würdig

Medieval II: Total War bietet eine unglaublich dichte Atmosphäre und Spieltiefe. Welche Einheiten sollen gebaut und an welche Front verlegt werden? Lasse ich einen Rivalen ermorden oder warte ich bis die Natur diese Aufgabe erledigt? Wird eine geplante Aktion zur Exkommunikation führen? Nur wer viele Faktoren in seine Rechnung aufnimmt und langfristig plant kann seine Nation in der großen Kampagne zum Sieg führen. Die von der Total War-Reihe bekannte Verbindung zwischen globaler Rundenstrategie und Echtzeit-Schlachten geht erneut auf. Wer das mittelalterliche Szenario mag oder gerne groß angelegte Feldzüge führt kann bei diesem Spiel bedenkenlos zugreifen. Perfekt ist Medieval II jedoch nicht, da sich die künstliche Intelligenz zu viele Patzer leistet. Trotzdem ist Medieval II ein tolles Erlebnis für Freunde globaler Strategie.


Bewertung

Singleplayer: 5 / 5
Multiplayer: 2 / 5
Grafik: 4 / 5
Sound: 5 / 5
Atmosphäre: 5 / 5
Story: nicht vorhanden
Gesamtbewertung: 4 / 5


Kommentar von RedBasti:
Medieval II macht vieles richtig und wenig falsch. Die Mischung aus globaler Strategie und tausenden steuerbaren Soldaten ist gleichermaßen einzigartig wie genial. Ab einem gewissen Punkt schaue ich meinen Kanonieren über die Schulter, drehe den Sound auf und genieße einfach nur noch das Krachen der eigenen Geschosse. Die Antwort folgt wenig später durch ein Grollen in der Ferne. Wenig später stürzen sich Pikeniere, Schwertkämpfer und schwere Kavallerieeinheiten in die Schlacht. Nach der Schlacht wird weiter an der Wirtschaft geschraubt um die eigene Nation zu stärken, während Diplomaten über weitere Allianzen verhandeln. Dieses Spiel hat einfach das gewisse Etwas. Weniger erfreulich sind die Aussetzer der gegnerischen KI und der Wegfindung. Auch auf der Strategiekarte kann die KI für Irritationen sorgen, wenn sie zum Beispiel trotz mehrerer gegnerischer Armeen vor der letzten Burg die Niederlage nicht eingestehen will oder einen aussichtslosen Krieg erklärt. Medieval II hat Schwächen, glücklicherweise aber auch extreme Stärken. Für mich war es persönlich das Spiel des Jahres 2006.


Von neueren Teilen der Total War-Serie wie Napoleon: Total War stehen kostenlose Demos bereit um die Spiele testen zu können und so auch zu sehen ob einem das Spielprinzip und die Mischung von Echtzeitstrategie und Rundenstrategie zusagt.


Getestet wurde Spielversion 1.03. Dieser Artikel wurde erstmalig 2009/2010 auf dem inzwischen eingestellten Projekt Gamer-Oase.de veröffentlicht.

Autor: RedBasti



Spieletest zu Medieval II: Total War

von RedBasti
Bewertung: 4 von 5 Sterne
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